BLOG no 69 von Roma Maria Mukherjee

4. Dezember 2021Allgemein, Blog

Bücher unterm Tannenbaum – Buchtipps als Geschenkideen

Mit Siebenmeilenstiefeln schreitet der Dezember voran. Nikolaus steht vor der Tür und Weihnachten ist auch nicht mehr weit entfernt. Wunschzettel werden geschrieben, alle sind auf der Jagd nach dem ultimativen Geschenk. Bei manchen von euch fehlt noch eine zündende Idee für ein Buchgeschenk? Mit dem heutigen Blogbeitrag versuchen wir Abhilfe zu schaffen. Hier kommen unsere Buchtipps, die in eurem Umfeld bestimmt Anklang finden!

Belletristik:

„Dunkelblum“ von Eva Menasse ist im August 2021 im Kiwi-Verlag erschienen. Am Beispiel einer kleinen Stadt entwirft die Autorin ein großes Geschichtspanorama. Eine österreichische Kleinstadt, Dunkelblum, scheint zunächst eine Stadt wie jede andere dieser Größenordnung zu sein. Die Abgründe öffnen sich erst, als auf einer Wiese am Stadtrand die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden wird. Was offenbart sich über die Vergangenheit dieser Stadt und der deutschen Geschichte durch diesen Fund in den Spätsommertagen des Sommers 1989? Der atmosphärisch dicht erzählte Roman ist nichts für schwache Nerven, denn nichts ist, wie es zunächst scheint. Das gebundene Buch enthält einen Stadtplan (illustriert von Nikolaus Heidelbach) sowie ein Figurenverzeichnis und ist für 25 Euro erhältlich. 

Thriller:

„Der erste Tote“ von Tim Macgabhann, ins Deutsche übersetzt von Conny Lösch. Dieser Thriller ist bereits im November 2020 bei Suhrkamp erschienen und als Taschenbuch erhältlich. Die Handlung spielt in Mexiko in der Gegenwart. Zwei Journalisten, die für einen Artikel über die Ölindustrie recherchieren, werden unvermutet durch das Auffinden der Leiche eines jungen Aktivisten aus ihrer Routine geworfen. Obwohl die beiden Journalisten massiv bedroht werden, stellen sie weitere Nachforschungen an. Rasante Handlung, interessante Protagonisten und ein fesselnder Plot. Das Taschenbuch kostet 10,95 Euro.

Sachbuch:

„Von den Müttern unserer Väter“ von Ana und August Zirner ist im September 2021 im Piper Verlag erschienen. Ana Zirner und August Zirner beginnen etwa zeitgleich damit, sich für die Geschichten ihrer Großmütter zu interessieren. Sie blicken nach Wien, in die Zeit zwischen den Weltkriegen. Augusts Großmutter Ella Zirner-Zwieback leitet das noble Modekaufhaus »Maison Zwieback« in der Kärntnerstraße. Sie gilt als Grande Dame des Wiener Großbürgertums. Gleichzeitig lebt dort das Mädchen Laura Wärndorfer. Die Stoffe der Spinnerei von Lauras Vater werden in Ellas Kaufhaus verarbeitet. Die beiden Damen begegnen sich jedoch erst viel später, im Jahr 1942 in New York. Laura hat Ellas Sohn Ludwig geheiratet, aufgrund ihrer jüdischen Familien hatten sie emigrieren müssen.
Bei ihren Recherchen stellen Ana und August fest, dass Familie und Zugehörigkeit auch durch die überlieferten Geschichten entstehen. Und so beginnen sie, die Welten ihrer Großmütter mit Fantasie zum Leben zu erwecken. Das gebundene Buch enthält zahlreiche Abbildungen in schwarz-weiß und kostet 22 Euro.

Lyrik:

„Der Schatten der Eule“ von Matthew Sweeney (übersetzt von Jan Wagner) ist im Oktober 2021 bei Hanser Berlin erschienen. Der Dichter, einer der bedeutendsten irischen Lyriker unserer Zeit, verabschiedet sich mit diesem letzten Band mit Lyrik, die tief berührt. Der 2018 verstorbene Autor schrieb, als ob es um sein Leben ging. In lyrischer Form erzählt er Geschichten, bei denen sich die Haare aufstellen und er entwirft mit seiner Dichtung Gegenwelten zum profanen Alltag. Seine Poesie ist ein letztes, ästhetisches Aufbäumen, die in ihrer Schönheit den Tod überdauern. Als gebundenes Buch ist „Der Schatten der Eule“ für 24 Euro erhältlich.

Illustration:

„Unheimliche Geschichten. Ausgewählt von Fjodor Dostojewski“ von Edgar Allen Poe (mit Illustrationen von Kat Menschik und übersetzt von Steffen Jacobs und Alexander Nitzberg) ist bereits 2018 im Galiani Verlag entschieden. Die düsteren Geschichten von Poe, meisterhaft von der bekannten Illustratorin Kat Menschik in Bilder gebannt. Ein Band, den man sich nicht kauft – man muss ihn geschenkt bekommen. Der Band enthält drei Erzählungen, die ursprünglich von Dostojewski ausgewählt worden sind und auch mit einem Nachwort von ihm versehen wurden. Ein „must have“ für gemütliche Lesetage im Winter. Der schmale gebundene Band kostet 18 Euro.

Kinderbuch:

„Kein Bett in der Nacht“ von Maria Inês de Almeida (übersetzt von Sarah Pasquay) ist im Juni 2021 im Knesebeck Verlag erschienen und für Kinder ab 4 Jahren empfohlen. In diesem Bilderbuch (Illustrationen von Cátia Vidinhas) geht es um einen kleinen Jungen, der entdeckt, dass Wohnungslose nicht freiwillig auf der Straße leben. Das sehr einfühlsam geschilderte und illustrierte Kinderbuch ist Plädoyer für mehr Hinschauen und mehr gezeigter Nächstenliebe. Gebunden, 32 Seiten, 14 Euro. 

Ihr seid fündig geworden? Prima! Wir haben jedes der Bücher auch zur entsprechenden Shop-Seite verlinkt. Dort findet ihr noch mehr Details zu den Inhalten und den Autor:innen. Für euch war noch nicht das richtige Buch dabei? Kommt im Lesesaal vorbei, ruft uns an oder schreibt uns gerne eine Mail – wir beraten euch auf allen Wegen! In unseren Kanälen in den sozialen Medien findet ihr noch jede Menge Buchvorstellungen, Rezensionen oder kurze Buchtipps! Natürlich könnt ihr auch alle Bücher individuell verpackt als Geschenk erhalten – einfach bei der Bestellung (dies geht leider nicht über den Web-Shop) dazu sagen oder schreiben!

Wir wünschen euch einen schönen zweiten Advent!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 68 von Roma Maria Mukherjee

26. November 2021Blog

It’s beginning to look a lot like Christmas – 

am 1. Dezember startet unser Facebook-Adventskalender!

Am Wochenende begehen wir schon den 1. Advent, unser Schaufenster an der Stadthausbrücke verbreitet winter- und adventliche Stimmung und heute möchten wir euch von unserem virtuellen Adventskalender erzählen!

Im vergangenen Jahr haben wir auf Instagram „Lyrik hinterm Türchen“ als 24tägige Erbauung für euch gestaltet. Je ein Weihnachtshaus mit einem Gedicht. Klassische, moderne, lustige, abstrakte und anregende Poesie, um für einige Minuten der Hektik des Alltags zu entgehen.

In diesem Jahr wechseln wir den Kanal – der digitale Adventskalender findet dieses Jahr in unserem Facebookaccount statt. 24 Tage rund ums Kochen, Lebensmittel, Ernährung und die Lust an der Zubereitung von Essen.

Alles wollen wir euch im heutigen Blogbeitrag noch nicht verraten, denn dann wäre der Adventskalender keine Überraschung mehr. Es ist also ein „Sneak Peek“ hier auf unserer Webseite.

Was erwartet euch in den 24 Tagen? Wir stellen euch 24 Tage lang ganz besondere Bücher rund um das Kochen vor. Jeden Tag gibt es dazu eine kleine Überraschung – welche das sein wird, lest ihr dann am 01.12. in unserem Kanal. Während des Dezembers werden wir auch etwas verlosen, schaut also täglich einmal rein in unser Türchen, damit ihr das Gewinnspiel nicht verpasst. 😉

Kochen, backen, braten, zubereiten – machen euch diese Tätigkeiten Freude oder ist es eher ein notwendiges Übel? Liebt ihr es für andere zu kochen, für euch selbst aber muss es schnell und unkompliziert gehen? Was bedeutet Ernährung für euch? Nahrung muss nur „satt“ machen oder sie „nährt“ auch gleichsam die Seele? Fast oder Slow Food? Vielleicht habt ihr über die Themen selbst schon häufig nachgedacht oder mit anderen darüber diskutiert (macht man ja meist, während man gerade isst). Wir freuen uns, wenn wir mit euch zu den Themen in Kontakt kommen und ihr mit uns auf Facebook zu diesen Fragen, den Büchern und dem Komplex Ernährung in Kontakt kommen. Ganz abseits von „man sollte“ oder „man sollte nicht“ freuen wir uns über anregenden virtuellen Austausch mit euch und eine gemeinsame Adventszeit, die für uns alle hoffentlich auch ruhige, sinnliche und erfreuliche Momente bereithält.

Heute zeigen wir euch schon mal einige Bilder aus den kommenden Beiträgen. Und Stephanie mit ihrem Utensil, mit dem sie seit Ende September in der Küche des Lesesaal Cafés steht und unermüdlich Kuchen, Torten und Muffins backt! Wenn ihr Fragen zu den Büchern habt, meldet euch gerne bei uns.

Wir wünschen euch einen wunderbaren 1. Advent!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal.hamburg.de

BLOG no 67 – Peter Hammer Verlag

16. November 2021Blog

Verlagsliebe – der Peter Hammer Verlag

Neue Woche, neuer Blogbeitrag! Heute möchten wir euch einen unabhängigen Verlag vorstellen. 

Es geht um den Peter Hammer Verlag in Wuppertal. Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich auf der Webseite des Verlages unbedingt einmal umschauen oder bei uns im Lesesaal vorbeikommen. Wir zeigen euch gerne Bücher dieses tollen Verlages, der bereits 1966 gegründet wurde (und aus dem Jugenddienst-Verlag hervorging). Wer sich mit der Verlagsgeschichte in der Epoche der Aufklärung beschäftigt hat, der weiß bestimmt, dass der Name Peter Hammer die deutsche Übersetzung von „Pierre Marteau“ ist. Dieses Pseudonym wurde häufig im 17. Jahrhundert von Autoren gewählt, die der Zensur entgehen wollten. Das Verlagswesen in Zeiten der Aufklärung ist ein spannendes Thema, die Wege, um Vor- und Nachzensur zu umgehen im Besonderen. Mehr dazu findet sich auch in dem (im März 2021 erschienenen) Buch „Medien, Institutionen und literarische Praktiken der Aufklärung“ von Heinrich Bosse.

Nun aber zurück zum Peter Hammer Verlag. Dort erscheinen ungefähr 25 Titel pro Jahr. Wir haben in unseren Accounts sozialer Medien 2021 bereits einige Titel vorgestellt. Mit der Autorin Andrea Karimé hat Stephanie Krawehl auch im Rahmen ihrer Reihe „Stephanie fragt nach“ ein Gespräch auf Instagram geführt. Dieses könnt ihr euch dort im Feed noch anschauen. Eine detaillierte Inhaltsbeschreibung zu dem Kinderbuch „Sterne im Kopf und ein unglaublicher Plan“  (Lesealter ab 10 Jahren) findet ihr hier.

Restlos begeistert hat uns auch ein Bilderbuch aus dem Verlag: „Die schlaue Mama Sambona“ von Hermann Schulz, empfohlen für das Lesealter ab 4 Jahren. Die Farben und Illustrationen sind außergewöhnlich schön und die Geschichte kann auch Erwachsene mitreißen:

„Auf einer Insel im Ukerewe-See, im Herzen Afrikas, lebt Mama Sambona, die kluge alte Königin. Weil es ihr im Palast zu stickig ist, wohnt sie in einer bescheidenen Holzhütte. Sie liebt es, auf dem Feld zu arbeiten, eine Tasse Tee auf der Veranda zu trinken und mit ihrer Nichte Goldmarie die Hausaufgaben zu machen.
Zu Mama Sambona kommt eines Tages ein eleganter Herr, der möchte sie holen, um sie zu ihren Ahnen zu bringen: Es ist der Tod. Die kluge Alte aber macht dem Tod einen Strich durch die Rechnung. So viele Dinge sind noch zu tun, da wird er wohl noch warten müssen! Mama Sambona kennt sich nicht nur mit dem Tod, sondern besser noch mit dem Leben aus: So lädt sie den eleganten Herrn zu einem großen Fest ein und hier nun geschieht das Unvorstellbare: Mama Sambona fordert den Tod zum Tanz auf und dieser lässt sich verführen – vom Rhythmus der Trommeln, von der Freude, vom Leben.“

Der Verlag macht aber nicht nur wunderbare Kinder- und Jugendbücher. Es finden sich spannende Romane für Erwachsene neben Sachbüchern mit Themen, die ganz spezielle Interessen ansprechen. Das Stöbern auf der Sachbuchseite der Homepage lohnt sich!

Ihr sucht nach etwas Speziellem aus dem Verlag oder auch nach vergriffenen Ausgaben? Sprecht uns an, wir finden gemeinsam mit euch eine Lösung! Ihr möchtet ein Buch gerne bestellen und als Weihnachtsgeschenk verpackt bekommen? Teilt es uns einfach schon bei der Bestellung mit, dann müsst ihr bei uns an der Stadthausbrücke auch nicht lange warten. Unsere Weihnachtsverpackung wird mit viel Liebe gestempelt und mit Oblaten verziert.

   

Wir wünschen euch viel Spaß beim Stöbern auf der Homepage des Verlags und freuen uns auf euch im Laden, per Mail oder am Telefon. Lasst euch nicht stressen und bleibt gesund!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 66 von Roma Maria Mukherjee

8. November 2021Blog

Buchseiten & Kaffeeduft

Bücher, Magazine, Zeitschriften und Hefte gemütlich verschlingen bei einem Cappuccino, Tee, echter heißer Schokolade und hausgemachtem Kuchen? Lese- oder Schreibnotizen neben der Kaffeetasse? Welche Assoziationen wecken diese Genüsse?

Wir denken zuerst an die Caféhäuser vergangener Jahrzehnte im charmanten Wien, die Straßencafés an der Avenue des Champs-Élyssés oder allen anderen wunderbaren Cafés in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Alles vergangen?

Die Lesesaal Buchhandlung hat, neben dem Geschichtsort, auch ein Café. Zugegeben, viel haben wir darüber seit März 2020 nicht mehr berichten können, denn die Pandemie hat uns gastronomisch gesehen noch mehr zugesetzt als die Situation für den Buchladen. Lockdown, kurz auf, wieder zu, Personalwechsel, Verordnungen und Hygienekonzepte haben unser Lesesaal Café für viele Monate in den Dornröschenschlaf versetzt.

 

Seit dem 30.09.2021 konnten wir aber, in eingeschränktem Maße, endlich wieder „We are open“ kommunizieren und der Dreiklang, Buchhandlung, Geschichtsort und Café darf wieder vereint wirken. Bis zum Jahresende können wir das Café (aus organisatorischen Gründen) nur an 3 Tagen (donnerstags bis samstags, jeweils von 12-18 Uhr) öffnen, aber unser Plan steht, dass wir den Service im Neuen Jahr wieder montags bis samstags anbieten können. Wir sind gerade auf der Suche nach einem Barista* (wer also wen kennt, der wen kennt – bitte gerne eine email an kontakt@lesesaal-hamburg.de schicken).

Mit Neele und Zouhair im Service und selbst gebackenem Kuchen von Stephanie Krawehl ist das Café ein Stück „persönlicher“ geworden, als dies noch vor der Pandemie der Fall gewesen ist. Mit viel Herzblut und wenig WoMEN Power, neuerdings auch mit Coffee-to-go in Pfandbechern von Recup2Go, hoffen wir sehr, dass unser Charme an der Stadthausbrücke auf euch überspringt.

 

Wir lieben das besondere Konzept von ganzem Herzen, glauben immer noch daran, dass ein Geschichtsort auch einen „Raum“ benötigt, in dem man zum Gespräch zusammenkommen kann, wünschen uns diejenigen, die begeistert in der Buchhandlung stöbern und die ersten Seiten dann bei einem Café oder Tee andächtig genießen.

 

Mit unserer Reihe „Lesesaal Goes Hafencity – Literatur im Hotel“ (Ende Oktober gestartet, in Zusammenarbeit mit dem Hotel Pierdrei, nächster Termin am Mittwoch, den 24.11. um 19:30 Uhr in der Hafenbühne im Hotel) beleuchten wir Literatur, die in Hotels spielt, aber auch die Biografien von Schriftsteller*innen an ihren Wirkungsorten in den zahlreichen Etablissements in der Welt des vergangenen Jahrhunderts. Literatur und Cafés gehören ebenso zusammen, zahlreiche Werke entstanden (teilweise) an den Tischen von Cafés und Bars und Künstler kamen dort zusammen. Unser Lesesaal Café ist also auch eine Reminiszenz an diese Tradition.

Im Mittelpunkt stehen bei uns die Gäste! Wir freuen uns über jeden Besuch, hoffen alle finden etwas nach ihrem und für ihren Geschmack (der fantastische Kaffee ist von Mr. Hoban´s Coffee Roastery) und verleben bei uns Momente der Entspannung, der Entdeckung und eine Prise Nostalgie. Im Café finden sich auf einer Tafel auch aktuelle Lesetipps von Stephanie, Wolf und Roma. Besucht werden kann das Café aktuell unter der 2G-Regelung (entsprechende Nachweise bitte bereithalten). Die Fotos zu diesem Blogbeitrag stammen von Neele Pfannebecker. Eine Barista kann die Produkte natürlich besonders gut in Szene setzen!

Wir freuen uns auf euren Besuch in der Lesesaal Buchhandlung mit Café in den Stadthöfen Hamburg! 

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 65 von Roma Maria Mukherjee

29. Oktober 2021Blog

Was war, was ist, was sein wird!

Keine Sorge, wir sind weder zu Hellsehern geworden noch plötzlich in esoterische Kreise abgedriftet. Der Oktober war und ist allerdings prall gefüllt mit Erlebnissen, Lesungen, Events, Buchpreisen und zahlreichen Veröffentlichungen, die wir in einem neuen Blogpost gerne noch mal erinnern möchten oder darauf hinweisen. In zwei Monaten ist Weihnachten schon vorüber und in der Buch- und Literaturbranche geht es im Herbst ja richtig rund!

Im Lesesaal hatten wir die Ausstellung der „Schönsten Bücher 2021“ zu Gast (wir haben darüber bereits berichtet) und auch nach Beendigung haben wir viele der Werke im Verkauf in unseren Räumlichkeiten an der Stadthausbrücke.

Eine Lesung beziehungsweise eine Veranstaltung nach der anderen prägten unsere letzten Wochen. Es begann mit „Vorgelesen bekommen“ Anfang Oktober. Im November und Dezember 2021 werden die beiden vorerst letzten  Termine dieser beliebten Reihe (seit 2011) stattfinden. Wer also noch die Gelegenheit haben möchte, dieses Format zu erleben:

Es gibt noch Tickets für November und Dezember (je 10 Euro pro Person). Stephanie und Wolf (plus jeweils ein Gast, (im November Roma, im Dezember Jan Ehlert) stellen je zwei Bücher vor und lesen prägnante Passagen daraus. Die Veranstaltung ist am jeweils 1. Dienstag im Monat und dauert von 19.30 Uhr bis ca. 21.00 Uhr. 2022 werden wir neue Formate präsentieren und hoffentlich gemeinsam mit euch viel Spaß in unserer Buchhandlung und im Café haben.

Eine besondere Lesung (in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Republik Korea in Hamburg) fand im Lesesaal am 08.10. statt. Die koreanische Autorin Bae Suah präsentierte ihren Roman „Weiße Nacht“ (Suhrkamp Verlag) und stand für Einordnung und kurze Fragen zur Verfügung. 

Am 13.10. war der Autor Ulrich Fasshauer zu Gast bei uns. Mit seinem Buch „Die Quantastischen“ machte er Lust aufs Lesen und stand auch noch für ein spontanes IG Live zur Verfügung (kann auf unserer Seite bei Instagram noch angeschaut werden). 

Am 27.10. war es dann so weit: Lesesaal went Hafencity! Es ging ab zum Pierdrei in die Hafenbühne. Dort findet ab jetzt einmal im Monat die Reihe „Literatur im Hotel“ mit Stephanie Krawehl statt. Romane, die im Hotel spielen, Schriftsteller:innen, die in Hotels leben und arbeiten, Anekdoten, Wissenswertes rund um Geschichten in Hotels! Es war ein toller Abend, wir haben dabei viel gelernt und freuen uns auf die zweite Veranstaltung, am Mittwoch, den 24.11. um 19.30 Uhr. Beim nächsten Mal überziehen wir natürlich! (Ein Insider für alle, die bei der ersten Veranstaltung dabei waren.)

     

Stephanie Krawehl war auf der Buchmesse, hat viele intensive Gespräche mit Verlagen, Autor:innen und Blogger:innen geführt. Klar ist und bleibt: Rechtsextremismus ist keine Meinung. Die Haltung hat Stephanie auch in einem kleinen Video-Statement auf Instagram festgehalten, was in den Highlights vom Lesesaal zu finden ist. Ein paar Eindrücke von der Messe zeigen wir euch auch hier in den Fotos.

Im November, wir sind schon ganz aus dem Häuschen vor Freude, kommt der Autor Salih Jamal (Das perfekte Grau, Septime Verlag) zur Lesung: 18.11., 19.30 Uhr. Der Kartenvorverlauf läuft gut, hier also nicht zu lange warten. Wir bitten darum, die reservierten Karten im voraus zu bezahlen. Wir mussten in der letzten Zeit leider häufig feststellen, dass Karten reserviert wurden, die Zuschauer:innen aber am Abend nicht kamen. Das ist, besonders in Zeiten der Pandemie, für uns ein Problem und schade, wenn andere nicht teilnehmen können, obwohl noch Platz gewesen wäre. Vielen Dank im voraus für euer Verständnis.

Im November wird auch unsere 3. Aussendung des Lyrik-Abos auf den Weg gebracht (und das monatliche Abo mit den englischen Büchern). Ihr sucht frühzeitig ein besonderes Weihnachtsgeschenk? Vielleicht sind die Abos eine Option für euch. Eventuell möchtet ihr euch das Abo selbst gönnen? Ihr könnt jederzeit einsteigen. Mehr Informationen (was beinhaltet es, Preise etc.) findet ihr hier. 

In den letzten Wochen haben wir auch viel Zeit in unseren Online-Shop gesteckt. Mit Unterstützung von Katharina ist dieser nun personalisiert, ihr findet dort Tipps und Empfehlung, also den Lesesaal in virtuell. Hier geht es entlang. 

Für den Herbst und die Vorweihnachtszeit haben wir noch einige Überraschungen parat und freuen uns auf diese Zeit mit euch! Im Laden, am Telefon und in den sozialen Medien. Lasst es euch gutgehen und meldet euch gerne bei speziellen Wünschen, Fragen, Anmerkungen, Lob und Kritik.

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 64 von Roma Maria Mukherjee

17. Oktober 2021Blog

Ein quantastischer Nachmittag:

Kinderlesung mit Ulrich Fasshauer in der Lesesaal Buchhandlung

Am vergangenen Mittwoch, den 13.10., war es so weit: Wir durften den Kinderbuchautor Ulrich Fasshauer bei uns an der Stadthausbrücke begrüßen. Er kam mit seinem neuen Buch im Gepäck, „Die Quantastischen“ (illustriert von Timo Grubing), 2021 bei Gulliver von Beltz & Gelberg erschienen, direkt in den Lesesaal spaziert. Für die ermöglichte Jubiläumslesung geht ein herzliches Dankeschön an den Verlag! Das Buch, von Beltz ab 11 Jahren empfohlen, erzählt auf 96 Seiten ein ganzes Abenteuer. Die witzig-schräge Geschichte könnt ihr euch hier noch einmal detailliert ansehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Außerdem haben wir auf Instagram ein kleines Livevideo mit Ulrich Fasshauer gedreht, dass ihr euch in unserem Account dort anschauen könnt. Stephanie Krawehl und er haben ein schönes Gespräch über das Buch, die Figuren und natürlich über den Asteroiden „Kartoffel“ geführt. Warum der so heißt und welches Vorbild es für diesen gab, könnt ihr auch auf im Video auf Youtube sehen. 

Die „super lesbar“-Reihe von Beltz möchten wir etwas ausführlicher vorstellen. Sie richtet sich an Kinder, für die das Lesen, aus unterschiedlichen Gründen, eine Hürde darstellt. Damit aber wirklich alle Kids einen Weg zum Lesen und vor allem Spaß daran entwickeln, wurden Bücher von bekannten Autor:innen mit unterschiedlichen, unterhaltsamen, spannenden und neugierig machenden Themen geschrieben. Alle Geschichten eher „kurz und knackig“, altersgerecht und mit Inhalten, die für die jeweiligen junge:n Leser:innen ansprechend sind.

Der Autor Ulrich Fasshauer wurde in Köln geboren und hat Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln und Paris studiert. Er hat als Dozent an der Universität gearbeitet. Heute lebt er in Berlin und arbeitet als Kinder- und Jugendbuchautor und lektoriert außerdem Drehbücher. 

Von ihm sind neben dem aktuellen Buch auch Titel in anderen Verlagen erschienen: „Das U-Boot auf dem Berg“ bei Tulipan und beim Magellan Verlag seine Reihe „Robin vom See“ (Illustrationen von Alexander von Knorre). Diese Kinderbuch-Reihe ist empfohlen für das Lesealter ab 9 Jahren. Der 3. Band aus der Reihe stammt aus dem Jahr 2020. 

Kinderbuch-Lesungen, Kinderprogramm und Leseförderung sind uns sehr wichtig. In einem Quartier in der Innenstadt ist dies eine große Herausforderung, noch mehr als in einem Viertel mit direkter Anbindung an Schulen und Kindergärten. Aus diesem Grund werden wir in der Vorweihnachtszeit mit dem Pierdrei Hotel kooperieren. Dort gibt es regelmäßiges Kinderprogramm und wir werden dort an einem Adventssamstag Vorleseprogramm für verschiedene Altersgruppen anbieten. Mehr dazu erfahrt ihr bald hier auf unserer Webseite.

Wir wünschen euch ein schönes Wochenende mit viel Lesestoff für Groß und Klein! Vorlesen macht auch Erwachsenen Freude – vielleicht probiert ihr in diesem Herbst einfach mal einen Leseabend aus. Passende Literatur empfehlen wir euch gerne.

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 63 von Roma Maria Mukherjee

9. Oktober 2021Blog

„Entweder man ist emanzipiert oder man ist es nicht“!

Dies denkwürdige Zitat von Irmgard Keun stammt aus „Irmgard Keun im Gespräch“. (mit Christa Maerker). Eine Produktion des SWR2 Anfang 2011 als Hörbuch erschienen und mutmaßlich ganz zu Anfang der 1980er Jahre aufgezeichnet.

Heute gibt es hier einen besonders persönlichen Blogbeitrag, denn Irmgard Keun ist eine späte, dafür umso intensivere Literaturliebe von mir geworden. Bis auf ihren Namen war sie für mich bis 2020 tatsächlich kein Begriff. Dies wird viele nicht verwundern, denn Irmgard Keun tauchte in den vorigen Jahrzehnten nicht im Kanon von Deutschunterricht oder Germanistik-Studium auf. Einige hatten das Glück, dass bei der ersten Wiederentdeckung der Schriftstellerin (Ende der 1970er Jahre) arrivierte Lehrer:innen aufmerksam wurden und die Romane von ihr doch in der Oberstufen-Lektüre den ein oder anderen Platz fanden.

„Wer ist Irmgard Keun?“ werden sich vielleicht manche Lesende hier fragen. Irmgard Keun, 1905 in Charlottenburg bei Berlin geboren, in Köln ab 1913 aufgewachsen und dort auch im Mai 1982 verstorben. Als Kind erlebte sie also bereits den 1. Weltkrieg. Sie besuchte das evangelische Mädchenlyzeum Teschner und anschließend verschlug es sie in den Harz, wo sie eine Handelsschule besuchte (Stenografie und Schreibmaschine erlernte sie später durch Privatunterricht und Besuch der Berlitz School). Ihr Berufswunsch war zunächst Schauspielerin. Diejenigen, die ihre Werke kennen, fragen sich vielleicht, ob sie denn auch ein „Glanz“ werden wollte, wie ihre Figur Doris aus „Das kunstseidene Mädchen“. Vermutlich war Irmgard Keun realistisch genug zu erkennen, dass nicht die Bühne ihr Wirkungsplatz ist, sondern der Schreibtisch mit Schreibmaschine, Papier und Geschichten, die ihrer phänomenalen Beobachtungsgabe entspringen.

Bereits ihr erster Roman „Gilgi, eine von uns“ machte sie 1931 schlagartig berühmt – sozusagen „über Nacht“. Der Roman war auch finanziell ein Erfolg. Irmgard Keun hatte auch unter bekannten Dichtern und Theaterleuten Förderer. Umso mehr mag es verwundern, dass sie später, nach dem 2. Weltkrieg, so in Vergessenheit geriet, obwohl auch ihr zweiter Roman „Das kunstseidene Mädchen“  (1932) ein Bestseller geworden ist.

Noch mehr verwundert dies im 21. Jahrhundert, da Irmgard Keun, neben ihren Romanen auch einige ganz außergewöhnliche biografische Details (wahr, unwahr, genau weiß man es nicht) aufweist. Wirklich belegt ist, dass sie 1935 eine Schadensersatzklage wegen Verdienstausfall durch die Beschlagnahme ihrer Bücher gegen die Nazis einreichte. 1936 ging sie ins Exil, zunächst nach Ostende, später in die Niederlande. Durch eine Falschmeldung in einer Zeitung wurde sie für tot gehalten und mit falschen Papieren gelangte sie zurück nach Deutschland, wo sie den Krieg in der Illegalität überlebte. 

Von der Wiederentdeckung im letzten Viertel des 20. Jahrhundert bis zur 3. Blüte in der Gegenwart, ist Irmgard Keun inzwischen doch im Bewusstsein vieler Universitäten, Verlage, Buchhandlungen und Leser:innen angekommen. Es gibt inzwischen zahlreiche Neuveröffentlichungen ihrer Werke und auch von Literatur über sie. Vertieft man sich dort hinein, ist eins gewiss: der Sogeffekt. Das Leben der Autorin, die Geschichten über sie und die Geschichten von ihr – alles scheint verwoben und die Frage „Wo endet die Realität und wo beginnt die Fiktion“ wird sicher die Forschung noch einige Zeit beschäftigen. 

2017 ist bei Wallstein „Das Werk: Gesamtausgabe“ erschienen, 2021 (Verlag Berlin-Brandenburg) ein sehr schöner Bildband „Das kunstseidene Berlin. Irmgard Keuns literarische Schauplätze“ von Michael Bienert und jüngst im Quintus Verlag (herausgegeben von Michael Bienert) „Man lebt von einem Tag zum andern: Briefe 1935-1948.

Wer durch Irmgard Keun auf das Berlin der 30er Jahre und die Bedeutung von Mode und Textil in der Metropole (und in ihren Romanen) aufmerksam wird, dem ist auch noch folgende Publikation vielleicht eine Bereicherung: „Mode Metropole Berlin 1836-1939. Entstehung und Zerstörung der jüdischen Konfektionshäuser“ von Uwe Westphal, Henschel Verlag, 2019 erschienen.

90 Jahre nach Irmgard Keuns Erfolg mit „Gilgi“ ist die „neue Frau“ Geschichte, ihr Werk aber in der Gegenwart angekommen. War ihr Schreiben vielleicht der Zeit 100 Jahre voraus und die zweite Wiederentdeckung bringt ihr jetzt posthum endlich den ihr zustehenden und verdienten Ruhm? Ich hoffe es. Ganz zum Schluss sei noch auf eine Publikation hingewiesen, in der auch Irmgard Keun mehrfach erwähnt wird und die aufzeigt, welche systemischen Gründe existieren, dass die Autorin sowie generell Autorinnen überhaupt in Vergessenheit gerieten oder leider noch geraten: „Frauenliteratur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt“ von Nicole Seifert, im September 2021 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Herbst ist Lesezeit ebenso wie der monatelange Winter im Anschluss: Mit vielen Büchern wird er euch dennoch rückblickend im Frühling als zu kurz erscheinen! Schreibt uns gerne eure Meinung zum Blogbeitrag, gerne auch worüber ihr hier mal etwas lesen würdet und habt eine schöne Woche!

BLOG no 62 von Roma Maria Mukherjee

1. Oktober 2021Blog

All die schönen Bücher – die Wanderausstellung 

„Die Schönsten Deutschen Bücher 2021“ im Lesesaal

Die erste Woche der Wanderausstellung „Die Schönsten Deutschen Bücher 2021“ ist schon fast um! Die Zeit vergeht wie im Fluge. Damit die von der Stiftung Buchkunst prämierten Bücher nicht an euch vorüber wandern, habt ihr noch bis zum 16. Oktober 2021 die Gelegenheit, den Lesesaal an der Stadthausbrücke Hamburg zu besuchen und euch die Bücher anzusehen und sie in die Hand zu nehmen.

Möglicherweise verliebt ihr euch sogar in eins der ausgezeichneten Werke so sehr, dass ihr es gerne erwerben möchtet? Wie gut, dass wir eine Buchhandlung sind – auch der Kauf ist möglich!

Im vergangenen Jahr hatten wir hier im Blog bereits die Stiftung Buchkunst ausführlicher vorgestellt und euch Bilder der prämierten Bücher aus 2020 hier eingestellt. Einige Impressionen zur aktuellen Ausstellung zeigen wir jetzt hier im Blog.

         

Weitere Termine der Wanderausstellung (sie reist noch einige Zeit herum) findet ihr auch direkt auf der Homepage der Stiftung. Quer durch Deutschland, in vielen Buchhandlungen, sind die Titel zu besichtigen. Wenn ihr also im Süden seid, schaut doch einfach mal nach, wann die Bücher auch in eurer Nähe ausgestellt werden.

Was die Stiftung Buchkunst macht, wo ihr Sitz ist und einen Vergleich der Sieger-Titel 2020 mit 2021 könnt ihr in unserem Blog-Beitrag Nr. 13(!) nachlesen und vornehmen.

Die diesjährige Preisverleihung hat (aufgrund der Pandemie und des Bahnstreiks) erneut mit wenigen Teilnehmer:innen stattgefunden. Impressionen dazu findet ihr in einem feinen kleinen Video auf YouTube.

Der Name „Schönste Bücher“ mag ja die eine oder andere Leserin (oder den ein oder anderen Leser) irritieren, denn Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachtenden. Über Schönheit sprechen, über Ästhetik debattieren und Bücher nicht nur mit Hinblick auf den Inhalt betrachten, sondern auch auf die dahinterstehende handwerkliche Kunst der Gestaltung, des Designs und der Papierwahl, kommt im Alltag und besonders in der Buchbranche oft zu kurz. Diesen Aspekten mehr Raum einzuräumen ist ein Verdienst der Stiftung Buchkunst und wir freuen uns sehr, dass wir die Wanderausstellung präsentieren dürfen.

Diskutiert gerne mit uns in den sozialen Medien darüber, teilt uns per Mail eure Eindrücke mit oder kommt in den Lesesaal und sprecht mit uns! Wir freuen uns auf euch!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 61 von Roma Maria Mukherjee

24. September 2021Blog

Ist der Herbst schon bei euch angekommen?

In Hamburg müssen wir das mit einer Rückfrage beantworten: Gab es denn überhaupt einen Sommer? Der Lesesaal ist allerdings keine Wetterwarte, sondern eine Buchhandlung (mit Café und Geschichtsort). Also spielen wir weniger auf Temperaturen an als auf einen reichhaltigen Bücherherbst.

Herbst und Winter sind die beiden Jahreszeiten, in denen es in einer Buchhandlung so richtig rund geht. Zahlreiche Buch- und Literaturpreise werden verliehen, es erscheinen stündlich (okay, das ist übertrieben) neue und spannende Veröffentlichungen und in gar nicht so weiter Ferne startet dann schon der Weihnachtsverkauf und die Suche nach Buchgeschenken. An der Stadthausbrücke wird uns also nicht langweilig und wir hoffen es geht euch auch so.

Auch wenn die Pandemie noch nicht vorüber ist, sieht es im frühen Herbst 2021 freundlicher aus als noch ein Jahr zuvor. Es ist (natürlich mit allen Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen) wieder mehr möglich als 2020. Auch im Online-Bereich sind wir (und viele Kolleg:innen auch) weitaus erfahrener als in der Vergangenheit.

Wir haben eine Menge Neuigkeiten für euch, auf die wir hier heute im Blog schon mal hinweisen möchten, damit ihr die eine oder andere Lesung bei uns vormerken könnt (entweder vor Ort bei uns in Hamburg oder teilweise auch im Stream).

Wöchentlich einen neuen Buchtipp findet ihr, seit dieser Woche, im Info Point in den Stadthöfen. Dort dürfen wir jetzt immer ein Buch ausstellen und hoffen, vielleicht auch ein paar Leute zum „Lies mal wieder“ anzuregen.

Am 02.10. findet in den Stadthöfen die „Pré-Ouverture“ statt. Es wird eine Reise durch Kulinarik, Kunst & Kultur mit einer großen Tombola (die Erlöse kommen „Radio Hamburg Hörer helfen Kindern e.V.“ zugute). Es gibt zwischen 12 und 22 Uhr eine Menge Programm. Um 14 Uhr präsentiert Stephanie Krawehl den Lesesaal in einem Interview und einer Buchvorstellung. Schaut doch bei uns vorbei – da bekommt ihr das ganze Programm handlich in einem Flyer zum Mitnehmen.

Bei uns im Laden ist die Tage zuvor auch schon eine Menge los:

Am Mittwoch, den 29.09.2021 um 19.30 Uhr können wir endlich Ingrid von Kruse bei uns zu einer Lesung begrüßen. Die Fotografin stellt ihr Buch „Begegnungen“ aus dem Osburg-Verlag vor. Darin erzählt sie zu jedem Portrait einer bekannten Persönlichkeit, die Geschichte der Entstehung des jeweiligen Fotos. Karten (10 Euro) erhaltet ihr bei uns im Lesesaal. Während der Veranstaltung werden die Bilder aus dem Buch auch via Beamer gezeigt. Aus diesem Grund streamen wir die Lesung nicht, denn es ist ein Gesamtkunstwerk, welches sich aus unserer Sicht nicht für einen Stream eignet.

Direkt am nächsten Tag, Donnerstag, den 30.09.2021 eröffnen wir um 12 Uhr endlich das Lesesaal Café wieder! Unser Dreiklang Buchladen, Café und Geschichtsort kommt erneut zur Entfaltung. Wir sind schon sehr aufgeregt und freuen uns auf euren Besuch. Bis zum Ende des Jahres hat das Café immer donnerstags, freitags und samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet – ab Januar dann wieder von Montag bis Samstag. Coffee to go gibt es ab jetzt auch bei uns – in den Pfand-Bechern von Recup2ToGo. Wir haben uns für diesen Anbieter entschieden, da wir gerne möglichst umweltbewusst agieren möchten und Einweg-Becher für uns nicht in Frage kommen. 

An diesem Donnerstag, den 30.09.2021, ist auch „Hieronymustag“, der internationale Tag der Übersetzerinnen und Übersetzer. Dieses Mal haben wir den Hamburger Übersetzer Ingo Herzke eingeladen, der viel Spannendes aus der Sicht dieser Branche zu erzählen hat. Um Bücher geht es natürlich auch. Die Moderation übernimmt Stephanie Krawehl. Karten (live im Lesesaal) kosten 10 Euro und ihr erhaltet sie bei uns im Geschäft. Gestreamt wird natürlich auch. Den Link zu Reservix (5 Euro pro Ticket) findet ihr auf der Startseite unserer Webseite und hier. 

Im Oktober und November finden noch weitere Lesungen (Bae Suah, Korea, Salih Jamal und weiteres) statt. Die Termine findet ihr im Veranstaltungskalender auf unserer Homepage und bei den Veranstaltungen in unserem Facebookprofil.

Wenn ihr irgendwelche Fragen, Anregungen oder Wünsche habt, kontaktiert uns gerne per Mail oder via PN in unseren Social-Media-Accounts. Wir freuen uns immer über elektronische Post von euch (wobei wir zu Schneckenpost auch nicht nein sagen).

Habt ein wunderbares Wochenende und macht es euch gemütlich mit der Lektüre eurer Wahl!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 60 von Stephanie Krawehl

12. September 2021Blog

Hamburg – das literarische Tor zur Welt?

Wir wissen nicht, ob Ihr Euch die Frage schon einmal gestellt habt. Für uns im Lesesaal ist diese Frage eine Sortimentsfrage: Wie können wir mit unseren Möglichkeiten die Welt mit ihren unglaublich vielfältigen literarischen Stimmen abbilden? Was können wir im Rahmen unserer Mittel unseren Leserinnen und Lesern von dieser Reichhaltigkeit und Fülle präsentieren, um ihre Neugierde zu wecken?

Der Standort des Lesesaals an der Stadthausbrücke in der Neustadt ist prädestiniert für die Darstellung dieser literarischen Stimmen, auch in den Fremdsprachen englisch und französisch. Die Hamburgerinnen und Hamburger genauso wie die Besucherinnen und Besucher Hamburgs sind genauso vielstimmig, wie es die Literatur ist. Unseren Leserinnen und Lesern möchten wir genau diese Vielstimmigkeit präsentieren – regional, national und international. 

Unser Sortiment will Welt abbilden, die eben genau durch das Tor nach Hamburg kommt, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu haben. Dazu gehört z.B. in der Belletristik der Ansatz, mit Klassikern, modernen Klassikern und Neuem eine Abteilung auf die Beine zu stellen, die den kulturellen und geographischen Literaturen einen Platz bietet. Nationale und internationale Stimmen in ihren Eigenheiten kennenzulernen – das möchten wir anbieten. Schon in unserem kleinen Team haben wir jede/r unser eigenes Literaturinteresse und bilden so schon im Kleinen die große Literaturwelt ab. Diese Tatsache zeigt sich u.a. in unserer Sortimentsgestaltung.

Charakteristisch für unsere Kinder- und Jugendbuchabteilung ist u.a. die Darstellung der Gesellschaft. Jedes Kind sollte sich in den Büchern auf die eine oder andere Weise wiederfinden können, auch hier hält die Welt Einzug. Dabei geht es uns auch um die Qualität von Illustration und Sprache, um den guten Zugang zum Buch.

All unseren Abteilungen im Lesesaal ist gemein, dass wir sehr gerne unabhängige Verlage einziehen lassen, dass diese den Kern unseres Sortiments bilden. Gerade die Unabhängigen sind oft Vorreiter von Literaturen der Welt, d.h. sie lassen in besonderen Sprachen übersetzen und verlegen die Bücher, die sonst in anderen Verlagsprogrammen nicht vorkommen. 

Die Globalität der Welt hat auch gute Seiten – wir können am Literaturleben anderer Kulturen und Kontinente teilnehmen, sie kennenlernen und darüber in Austausch treten. Die Frage an Euch wäre, was Ihr über die literarische Internationalität denkt. Wie wichtig ist für Euch die Möglichkeit, Originalstimmen zu lesen und Euch über andere Welten auszutauschen?

Stephanie Krawehl

kontakt@lesesaal-hamburg.de