BLOG no 20 von Roma Maria Mukherjee

24. November 2020Allgemein, Blog

Es geht um das Buch – Vorweihnachtszeit in der Lesesaal Buchhandlung

Nun ist es fast schon soweit: In knapp einer Woche beginnt die Adventszeit. In diesem Jahr sind die weihnachtlichen Schaufenster und die dekorierten Ladengeschäfte zwar vielerorts schon weit vor dem Totensonntag geschmückt und auf den pandemiebedingten entzerrten Einkauf vorbereitet, aber richtig losgehen tut alles erst jetzt.

Die Buchhandlung hat regulär montags bis samstags von 11 bis 19 Uhr geöffnet – im Gegensatz zum Café und der Ausstellung, welche hoffentlich ab Dezember wieder öffnen dürfen. In unserer 4,50 Meter hohen Räumlichkeit mit den Türen vorne und hinten beim Café können wir wunderbar durchlüften. Es ist immer ausreichend Platz, so dass niemand Sorge haben muss, dass der Laden überfüllt sein könnte. Auch vor dem Geschäft und in den Innenhöfen ist ausreichend Platz vorhanden. Die Stadthöfe mit ihrer außergewöhnlichen Gestaltung bieten die Gelegenheit, mitten in der Hamburger Innenstadt etwas in Ruhe und entspannt zu flanieren, zu verweilen und an einem sonnigen Wintertag entspannt die Weihnachtseinkäufe ohne Hast und Gedränge zu erledigen.

     

Durch diese Umstände sind wir in der Lage, uns ganz auf das zu konzentrieren, was uns ausmacht: Die Liebe zu den Büchern und den Wunsch, genau die richtigen Kochbücher, Kinderbücher, Krimis, Romane, Lyrik und Sachbücher für euch herauszufinden und euch diese zu empfehlen, wenn ihr auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk seid.

   

Wir nehmen uns Zeit, den Anlass, eure Fragen und eure Wünsche zu besprechen, wenn wir Empfehlungen geben oder euch Titel zeigen. Mit unserer Arbeit in den Social Media Kanälen und unseren Beiträgen, möchten wir euch über Bücher, Verlage und Autor:innen informieren, die ansonsten in Zeitungen, Sendungen oder auch im Verkauf zu oft untergehen. Vielleicht habt ihr ja dort schon etwas gesehen, was ihr im Laden noch mal ansehen möchtet, einen Blick ins Buch werfen oder ihr hättet gerne noch mehr Informationen darüber? Lasst es uns wissen: Egal ob per Telefon, Mail, Direktnachricht oder im persönlichen Gespräch vor Ort – wir sind für euch da.

Wir versuchen in der jetzigen Zeit, eure Einkäufe möglichst stressfrei zu gestalten. Wenn ihr schon wisst, was ihr als Geschenke einkaufen möchtet, dann lasst uns das gerne im Vorfeld wissen. Wir verpacken die Bücher mit unserer ausgefallenen und individuellen Weihnachtsgestaltung. So müsst ihr die Päckchen nur noch abholen und benötigt dafür keinen langen Aufenthalt.

Besonders beliebt sind derzeit auch wieder unsere exklusiven Lesesaal Geschenkgutscheine: Wenn ihr jemandem Bücherfreude verschenken wollt, aber unsicher seid, welche Literatur gewünscht ist, sind diese eine hübsche Alternative zum Fest.

 

An 7 Tagen, 24 Stunden lang ist auch unser Online-Shop für euch da. Die Bücher könnt ihr euch wahlweise nach Hause liefern oder auch in die Buchhandlung kommen lassen, um dort zusätzlich noch etwas zu stöbern. 

Für das kommende Wochenende haben wir noch einen Programmhinweis für euch: Am Samstag, den 28.11.2020 kommt im NDR Fernsehen in der Sendung DAS! zwischen 18.45 Uhr und 19.00 Uhr ein Beitrag aus dem und über den Lesesaal. Wir freuen uns schon sehr darauf. 

Krönender Abschluss der Woche wird dann aber für uns der kommende Sonntag, der 1. Advent. Wir gehören zu den 118 Nominierten für den Preis „Beste Buchhandlung Deutschlands“ und am Nachmittag wird die Preisverleihung (leider nur digital) stattfinden. Wir werden gebannt vor dem Bildschirm sitzen und wünschen natürlich all’ unseren nominierten Kollegen und Kolleginnen ebenfalls viel Glück!

Euch wünschen wir einen entspannten und besinnlichen Start in die Adventszeit und wir freuen uns auf euch in der Lesesaal Buchhandlung an der Stadthausbrücke!

Roma Maria Mukherjee

BLOG no 19 von Roma Maria Mukherjee

17. November 2020Blog

Einen Blick zu den deutschsprachigen Nachbarn –                                     50 Jahre Lenos Verlag, Basel

Mit 400 Franken Startkapital einen Verlag gründen? Das ist 1970 einigen Bibliophilen gelungen – so entstand in Basel vor 50 Jahren der Lenos Verlag. Nachzulesen ist dies auf der Webseite.

Das Verlagsprogramm hat vier Schwerpunkte:

  • Literatur aus der deutschen und der französischen Schweiz
  • das internationale Programm, LENOS BABEL, welches seinen Fokus auf arabische Literatur richtet
  • LENOS POLAR, Romane mit kritischer Blickrichtung auf gesellschaftliche Aspekte
  • Sachbücher.

Für viele Leser:innen sehr erfreulich: Bei Lenos gibt es manche Titel in unterschiedlichen Ausgaben, so auch Taschenbuchversionen. Diese schätzen wir im Lesesaal Hamburg sehr, denn sie sind ganz unterschiedlich und kreativ gestaltet. In der Schweiz kooperiert der Verlag mit der Studer/Ganz-Stiftung. Diese fördert angehende Schweizer Autor:innen. Das beste Prosadebüt-Manuskript, welches ausgezeichnet wird, erhält zusätzlich auch eine Veröffentlichung im Lenos Verlag. 

Neben den großartigen Büchern von Annemarie Schwarzenbach interessieren uns viele weitere Titel des Verlags. Ein paar davon haben wir heute für euch herausgesucht und stellen sie euch in Kurzform vor:

„Taqawan“ von Éric Plamondon ist Ende September 2020 erschienen (€ 22,00 Euro). Aus dem Französischen übersetzt von Anne Thomas, handelt es sich hierbei um einen „Roman noir“, der den „Prix France-Québec“ gewonnen hat. Der Roman beschäftigt sich mit der Kolonialgeschichte Kanadas und der indigenen Bevölkerung. Mehr zum Roman findet ihr hier.

„Vertigo“ von Ahmed Mourad ist bereits im August 2018 erschienen. Der Thriller aus Kairo wurde von Christine Battermann aus dem Arabischen übersetzt und als Taschenbuch (Lenos Pocket) zu haben. In Ägypten erschien das Buch bereits 2007 und begründete dort das Genre des Politthrillers. Im Jahr 2012 wurde das Buch als Fernsehserie verfilmt. Näheres zum Inhalt findet ihr auch auf unserer Online-Shop Seite.

„Asphaltdschungel“ von Joseph Incardona stammt aus dem Frühjahr 2019. Aus dem Französischen wurde dieser Politthriller von Lydia Dimitrow übersetzt. Der Autor hat 2015 für diesen Roman den französischen „Grand Prix de littérature policière“ erhalten. Im Mittelpunkt steht ein Geschehen auf der Autobahn, an einer Raststätte. Es geht um Sylvie, Marc und deren Tochter Marie. Diese begibt sich an einer Raststätte auf einen Rundgang – von dem sie nicht zurückkehrt. Eine Entführung? Die Polizei geht davon aus und so beginnt eine atemberaubende Suche. Weitere Informationen zu Preis und Inhalt finden sich hier.

„Die Engel von Sidi Moumen“ von Mahi Binebine ist als Hardcover 2011, als Paperback 2017 erschienen. Aus dem Französischen übersetzt von Regula Renschler. Mahi Binebine wurde durch das Attentat von Casablanca (2003) zu diesem Roman inspiriert: Die Geschichte beschäftigt sich mit jugendlichen Selbstmordattentätern, der Untätigkeit von Staaten gegen Terrorismus und Extremismus und gewährt Einblicke, die sonst häufig untergehen in Büchern über dieses so wichtige Thema. Mehr zum Buch hinter dem Link.

„Sieben Jahre im Leben einer Frau“ von Isabelle Eberhardt, herausgegeben von Eglal Errera, aus dem Französischen übersetzt von Giò Wackerlin Induni, vereint Briefe, Tagebuchblätter und Prosa Isabelle Eberhardts in einem Buch. Die bereits im Alter von 27 Jahren verstorbene Schriftstellerin war vor allem eins: eine echte Nomadin. Von ihrer Begeisterung für die Sahara zu lesen ist ansteckend – am liebsten würde man sich danach auf ihre Spuren begeben. Mehr zum Buch, welches als Taschenbuch erhältlich ist, findet ihr hier.

Auf jeden Fall solltet ihr euch die Zeit nehmen, um auf der Verlagsseite des Lenos Verlags in Ruhe zu stöbern – und natürlich auch bei uns im Lesesaal, in den Stadthöfen in Hamburg, mit unserem Schwerpunkt auf unabhängigen Verlagen.

In unserer Buchhandlung verteilt es sich sehr gut in der Corona-Zeit, so dass immer ausreichend Platz und Sicherheit gegeben ist. Natürlich können Bücher auch gerne vorbestellt werden, auch mit Wunsch nach Geschenkverpackung. Dann bereiten wir das in Ruhe vor und ihr müsst euch nicht lange aufhalten.

Auf unserem WhatsApp-Kanal (01515-7301618) gibt es jeden Tag einen neuen Buchtipp – täglich ist im Status ein anderes Buch-Cover zu sehen. Wir hoffen sehr, dass wir euch mit den Titeln immer wieder überraschen können!

Habt eine gesunde und angenehme Woche!

Roma Maria Mukherjee

BLOG no 18 von Roma Maria Mukherjee

10. November 2020Blog

Mehr als Ruhm und Ehre – eine Woche voller Literaturpreise

Für Bibliophile waren die letzten Tage äußerst spannend, denn im deutschsprachigen Raum gab es viele verliehene Literaturpreise, auf deren Ergebnisse einige von euch sicherlich schon sehnsüchtig gewartet haben.

Wir haben regelmäßig die News aktualisiert, um nur nichts zu verpassen. Heute möchten wir euch hier im Blog einige Literaturpreise und die ausgezeichneten Autor:innen und Bücher präsentieren.

Die Wuppertaler Literatur Biennale ist ein Festival, welches Begegnung mit zeitgenössischer Literatur ermöglichen soll. Diese fand vom 05. bis zum 08. November (in diesem Jahr leider nur online) statt. Das Motto lautete: „Berührungen, Tier, Mensch, Maschine“. Seit 2014 steht im Mittelpunkt, dass junge Autor:innen mittels eines Preises gefördert werden sollen. Dieser Förderpreis wird vom Kulturbüro ausgeschrieben und von der Kunststiftung NRW gefördert. Es gibt einen Hauptpreis, der mit 3.000 Euro dotiert ist und zwei Förderpreise, die jeweils mit 1.000 Euro bedacht sind. Der Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2020 ging in diesem Jahr an Philipp Böhm und Astrid Gläsel. Philipp Böhm erhielt den Preis für seine Erzählung „Playhouse“. Von Philipp Böhm ist 2020 auch „Sterben mit den Philistern“ bei Sukultur Berlin erschienen. Die Erzählung gibt es für 2,00 Euro und es lohnt sich, Böhms zeitgenössische Literatur zu entdecken. Astrid Gläsel erhielt den Preis für ihre Erzählung „Einander Gutes tun“. Auf der Seite vom Literaturhaus Zürich erhaltet ihr einen Einblick in ihre literarische Arbeit mit einem Text von 2018.

Zum Abschluss der „Woche unabhängiger Buchhandlungen“, kurz WUB, wurde am 07.11.2020 im Facebook Livestream das „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ bekannt gegeben. Seit 2014 gibt es die WUB und beim Lieblingsbuch wählen die unabhängigen Buchhandlungen ihren Lieblingstitel des Jahres. Auf der Shortlist befanden sich fünf Titel, gewonnen hat Benjamin Myers mit „Offene See“ (aus dem Englischen übersetzt von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel). Das Buch ist im Frühjahr 2020 bei DuMont erschienen. Vor einigen Monaten haben wir ihn auch im Rahmen unserer Instagram-Reihe „Vorgelesen bekommen“ vorgestellt. Der Roman mit 270 Seiten, Hardcover, ist für 20 Euro im Handel. Lohnt sich definitiv auch als Weihnachtsgeschenk. Eine Kurz-Vorstellung findet ihr hier. 

Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Preis der deutschsprachigen Literatur: dem Schweizer Buchpreis 2020. Dieser wurde am vergangenen Sonntag verliehen. Gewinnerin des mit 30.000 Schweizer Franken dotierten Preises ist Anna Stern für ihren Roman „das alles hier, jetzt“. Dieses Buch ist beim Verlag Elster & Salis erschienen und kostet 24,00 Euro. Mehr über die Autorin erfährt man auf ihrer grafisch wirklich interessant gestalteten Homepage.

Vom Roman wechseln wir jetzt zur Lyrik: Denn auch der Dresdner Lyrikpreis wurde vergeben – 08. November an Christoph Wenzel. Er arbeitet als Lyriker, Autor, Herausgeber und wissenschaftlicher Mitarbeiter. Mehr über den vielseitigen Künstler und den Preis erfahrt ihr auf der Seite der Stadt Dresden.

Wir nähern uns langsam dem Ende der Preise und somit auch dem Ende unseres heutigen Blogbeitrags. Schwirrt euch schon der Kopf vor lauter Literatur? Am Montag, den 09.11.2020, war es endlich soweit: Der Sieger des Österreichischer Buchpreis 2020 stand fest: Xaver Bayer und seine „Geschichten mit Marianne“ (publiziert bei Jung und Jung). Den Debütpreis erhielt Leander Fischer für „Die Forelle“ (Wallstein Verlag).

Wir möchten an dieser Stelle allen Gewinnerinnen und Gewinnern ganz herzlich gratulieren! 

Wir haben die Bücher in der Lesesaal Buchhandlung Hamburg (Innenstadt) überwiegend im Laden, bestellen euch diese aber auch ansonsten jederzeit gerne und schnell. Ansonsten könnt ihr die Titel auch einfach über unseren Online-Shop bestellen und zu euch nach Hause liefern lassen!

Wenn ihr etwas telefonisch, per Mail oder per WhatsApp bestellen möchtet und diese Bücher als Geschenk verpacken lassen möchtet: Teilt uns diesen Wunsch gerne schon beim Bestellen mit. Dann können wir das schon vorbereiten und euren Aufenthalt bei uns im Lesesaal angenehm, kurz und entspannt gestalten – auch während der Pandemie.

Wir freuen uns auf euch!

Roma Maria Mukherjee

BLOG no 17 von Roma Maria Mukherjee

3. November 2020Blog

Ein Kessel Buntes aus dem Lesesaal

Neue Woche, neue Herausforderungen für den Lesesaal Hamburg. Vorab möchten wir für alle, die es vielleicht noch nicht wissen – der Lesesaal ist zum 4. Mal zu einer der 118 besten deutschen Buchhandlungen gewählt worden! Wir sind sehr stolz!

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Seit gestern sind die neuen Corona-Maßnahmen in Kraft getreten und natürlich haben wir uns darauf intensiv vorbereitet. Das neue Hygienekonzept steht, einige Aktivitäten werden vermehrt ins Netz verlegt und wir machen uns noch weiter intensive Gedanken um den bevorstehenden Weihnachtsverkauf, damit dieser besonders für euch stressfrei und sicher gelingen kann. Ihr könnt eure Bestellungen via unserer Homepage auf zwei Wegen gestalten: Entweder ihr wisst schon konkret, welches Buch ihr gerne hättet, dann einfach über die Option Buch bestellen gehen. Oder ihr möchtet ganz in Ruhe stöbern, dann geht das via Online-Shop, bei dem ihr den unabhängigen Buchhandel unterstützt und dennoch alle Vorteile des Online-Shoppings genießen könnt. Außerdem könnt ihr unseren WhatsApp-Kanal nutzen, auch um Rückfragen zu stellen: 01515-7301618. Ihr habt ein Buch entdeckt bei unseren Beiträgen auf Instagram, Facebook oder Twitter? Dann nehmt gerne dort Kontakt mit uns auf, per PN oder klassisch via Mail könnt ihr uns natürlich auch erreichen: kontakt@lesesaal-hamburg.de.

Im Lesesaal selbst werdet ihr weiterhin die Gelegenheit haben, ganz entspannt Bücher anschauen und auswählen zu können. Wir kümmern uns darum, dass dies unter Einhaltung aller Hygieneregeln während der nächsten Woche gewährleistet ist. Selbstverständlich könnt ihr Bücher auch vorbestellen und die Aufenthaltsdauer von vorne herein minimieren. An weiteren Abholmöglichkeiten vor der Eingangstür arbeiten wir noch.

Geschenkideen zu Weihnachten, Kalender für das Jahr 2021, besonderer Lesestoff im Advent und Adventskalender sind inzwischen im Laden eingetroffen. Diese werden wir euch in den kommenden Wochen in den sozialen Netzwerken ausführlich vorstellen. Ein paar Eindrücke könnt ihr schon hier auf den Fotos sehen.

Besonders am Herzen liegt uns ja das Netzwerken – in diesen Zeiten noch mehr als sonst. Die gesamte Buchbranche hat es im Jahr 2020 mit vielen Aktionen geschafft, trotz widriger Umstände, in der Krise auch Chancen zu entdecken. Viele unabhängige Buchhandlungen haben nun Online-Shops, der Förderverein Buch hat ermöglicht, dass auch 2020 Autor:innen und Buchhändler:innen zusammen Lesungen durchführen konnten. Viele große Veranstaltungen wie die Buchmesse, der Göttinger Literaturherbst und die Veranstaltungen der Literaturhäuser und anderer Veranstalter:innen wurden und werden im Jahr 2020 gestreamt und sind somit sogar barrierefreier als vor der Corona-Zeit. Kooperationen zwischen Blogger:innen und Buchhandlungen sind entstanden, viele kreative und innovative Zusammenarbeiten können beobachtet werden und so möge es doch auch weitergehen.

     

Die Digitalisierung, das war auch vor der Pandemie schon klar, ist nicht mehr aufzuhalten. Die sozialen Netzwerke spielen eine enorme Rolle. Sowohl bei der eigenen Darstellung, aber auch, um den anderen in der Buchbranche Support zu geben. Hier würden wir uns insgesamt noch intensivere Zusammenarbeit wünschen. Liken, teilen und kommentieren oder mal andere Verlage, Buchhandlungen, Illustrator:innen, Autor:innen und auch Übersetzer:innen zu empfehlen ist wichtig und kostet in den sozialen Netzwerken nur etwas Aufmerksamkeit und Zeit und bringt jedoch uns allen etwas. Zusammenhalt ist wichtig, damit Kultur und Literatur in diesen Zeiten Aufmerksamkeit bekommt und die Akteur:innen in der Lage sind, finanziell die Zeit zu überstehen.

Wenn ihr weitere Ideen, Wünsche, Anregungen oder auch Kritik habt: Schreibt uns oder sprecht uns an! Wir freuen uns über jeden Kontakt, um zu erfahren, was euch bewegt!

Wir wünschen euch eine gute und gesunde Woche! 

Roma Maria Mukherjee

 

BLOG no 16 von Roma Maria Mukherjee

26. Oktober 2020Blog

WUB, WUB – Die „Woche unabhängiger Buchhandlungen 2020“

Großartig! Vom 31. Oktober bis zum 07. November findet die 6. „Woche unabhängiger Buchhandlungen“ statt und wir freuen uns schon sehr darauf. Die Idee und die erste Durchführung dieser nun jährlich stattfindenden Woche wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Mehr zu den Hintergründen, den Organisator:innen und den Sponsor:innen könnt ihr hier nachlesen.

Was macht denn nun die unabhängigen Buchhandlungen und insbesondere den Lesesaal aus? Mit viel Kreativität, Leidenschaft, Wissen über Buch und Literatur stellen die unabhängigen Buchhandlungen einen unverzichtbaren Teil der Vermittlung des Kulturguts Buch dar. Für den Lesesaal Hamburg und seine Inhaberin Stephanie Krawehl standen und stehen die unabhängigen Verlage immer im besonderen Fokus und die Auswahl wahrer Buchkunst nimmt einen großen Teil der Arbeit hinter den Kulissen ein. Neben der großen Auswahl an deutschsprachigen Verlagen ist uns allerdings ebenso das Angebot an englischsprachigen Titeln sehr wichtig.

Unser wöchentlich neu gestaltetes Schaufenster beinhaltet regelmäßig alle wichtigen Bereiche aus dem Lesesaal: Neben Belletristik, Lyrik, Sachbuch, speziellen Kochbüchern und Graphic Novels finden dort auch die liebevollen gestalteten Kinderbücher unabhängiger, aber auch größerer Verlage einen Platz. Besonders aufwändig gestaltete Reihen und Editionen sind dort häufiger zu sehen, die in den großen Buchhandelsketten selten im Laden stehen. Die persönliche und individuelle Kundenbetreuung im Laden sowie auf unseren Social Media Kanälen oder per Mail spielen für uns ebenso eine besondere Rolle, wie der gute Kontakt zu Verlagen, anderen Kolleg:innen und natürlich den Autor:innen.

Ein Buch ist für uns keine Ware, sondern ein Kulturgut, dass jeder nach der Lektüre verinnerlicht und welches einen bestenfalls für immer begleitet. Die unabhängigen Buchhandlungen zeichnet aus, dass jede ihr eigenes Konzept, ihre eigene Philosophie und ihr eigenes Herz hat. Das Viertel und der Ort, an dem sie wirken, wird durch sie belebt und inspiriert. Unabhängige Buchhandlungen sind Begegnungsstätten: von Menschen untereinander, von Ideen, von Menschen und ihren Lieblingsbüchern und manchmal auch von wunderbaren Freundschaften, die vor einem Buchregal entstehen.

Dafür brennen wir, das leben wir und das feiern wir in der kommenden Woche mit euch allen!

Natürlich bereiten wir den Lesesaal optisch auf die WUB vor – kommt vorbei und schaut es euch ab Ende der Woche an! Zum 6. Mal wird in diesem Jahr das Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhändler:innen gewählt – der Gewinner steht am 7. November fest. Bis zum 30.10. können wir noch abstimmen. Auf der Shortlist stehen in diesem Jahr:

Marco Bolzano: „Ich bleibe hier“. Aus dem Italienischen von Maja Pflug ins Deutsche übersetzt. Im Juli 2020 im Diogenes Verlag erschienen, Preis 22 Euro. Was macht Menschen aus und wofür müssen wir einstehen. Eine Geschichte über Mut, Leid und Widerstand.

Charlotte McConaghy: „Zugvögel. Aus dem Englischen übersetzt von Tanja Handels. Das Buch ist im August 2020 bei S. Fischer erschienen und kostet 22 Euro. Eine junge Frau folgt den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis und erlebt, dass sie ihrer Vergangenheit auch in der Ferne nicht entfliehen kann.

Benjamin Myers: „Offene See“. Aus dem Englischen übersetzt von K. Timmermann und U. Wasel. Der Roman ist bereits im März 2020 im Dumont Verlag erschienen und kostet 20 Euro. Robert liebt die Natur und ist voller Sehnsucht nach dem Meer. Die Zukunft als Bergarbeiter, wie in seiner Familie üblich, ist für ihn von zu viel Enge geprägt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg macht er sich deshalb auf den Weg, hin zur offenen See.

Jasmin Schreiber: „Marianengraben“. Der Roman ist im Februar 2020 bei Eichborn erschienen und kostet 20 Euro. Ein Unfall stürzt die bescheidene Paula, die an das Leben zuvor keine zu großen Ansprüche hatte, in tiefe Depression. Dann begegnet sie dem älteren Herren Helmut und in ihr glimmt wieder Lebenswillen auf. Mit Helmut begibt Paula sich auf eine abenteuerliche Reise.

Iris Wolff: „Die Unschärfe der Welt“. Das Buch ist 2020 bei Klett-Cotta erschienen und kostet 20 Euro. Eine Geschichte über vier Generationen einer Familie im Banat, deren Familienbande über alle Grenzen hinweg halten.

Ihr könnt euch vorstellen, dass die Wahl des Lieblingsbuches bei dieser Auswahl nicht leichtfällt. Wir haben bei uns im Lesesaal seit vergangener Woche bereits einen Büchertisch mit den fünf Titel dekoriert und ihr seid herzlich eingeladen, die Bücher in Augenschein zu nehmen. Welches wäre denn euer Lieblingstitel? Zwei der Titel haben wir auch schon bei „Vorgelesen bekommen“ vorgestellt. Ihr findet die Folgen auf unserem Instagram-Account.

Selbstverständlich könnt ihr diese Titel auch wie gewohnt bei uns per Telefon, per Mail, per WhatsApp oder in unserem Online-Shop bestellen.

Wir freuen uns auf euren Besuch in der kommenden Woche, um mit euch gemeinsam die „Woche unabhängiger Buchhandlungen“ zu feiern!

Roma Maria Mukherjee

BLOG no 15 von Roma Maria Mukherjee

19. Oktober 2020Blog

Die Jahreszeiten der Bücher – heute: Herbst

Der Herbst eignet sich in ganz eigener wunderbaren Weise für gemütliche Stunden mit euren Büchern, einem leckeren Getränk und einer idealen Leseecke. Er ist nicht nur aus diesen Gründen fast eine eigene Jahreszeit wert – im Herbst wechselt ein Literatur-Highlight das nächste ab – ein Staffellauf der besonderen Art.

Hatten wir gerade erst die Ausstellung der von der Stiftung Buchkunst prämierten „25 Schönsten Deutschen Bücher“ im Lesesaal zu Gast, konnten wir uns zu Beginn der Frankfurter Buchmesse freuen, dass Anne Weber mit „Annette, ein Heldinnenepos“ (verlegt bei Matthes&Seitz) den Deutschen Buchpreis 2020 gewonnen hat. Auch an dieser Stelle möchten wir der Autorin und dem Verlag herzlich dazu gratulieren.

Apropos Frankfurter Buchmesse: Diese war 2020 fast ausschließlich digital – in zahlreichen Streams, auch von der ARD-Buchmessenbühne und anderen virtuellen Kanälen, konnte man Lesungen, Konferenzen und anderen Veranstaltungen ganz einfach vor dem eigenen Gerät verfolgen. Wir haben so viele Veranstaltungen wie nur möglich verfolgt, darüber dann auf Twitter und Instagram berichtet und uns mit anderen Zuschauer:innen und Kolleg:innen vernetzt – für uns ungewöhnlich, aber für eine digitale Premiere schon sehr gut umgesetzt. Wir habt ihr das empfunden? Lasst es uns gerne wissen!

Gastland Kanada konnte sich leider nicht vor Publikum live präsentieren. Dafür sind viele Bücher aus dem Englischen und Französischen in deutscher Übersetzung erschienen. Wir in der Lesesaal Buchhandlung in der Hamburger Innenstadt haben dafür in der letzten Woche das Schaufenster komplett zum Thema Kanada dekoriert (Fotos findet ihr auf Instagram, in unserem Blog (website) und auf Twitter). Wie jede Woche gestalten wir das Schaufenster neu und die kanadischen Werke wandern ins Innere der Buchhandlung und werden an anderer Stelle präsentiert. Da Kanada 2021 wiederum Gastland der Frankfurter Buchmesse sein wird, lohnt es sich jetzt schon mal ein paar der hervorragenden Romane, Kinder – und Sachbücher zu lesen. So kann sich jeder für den kommenden Herbst hervorragend rüsten.

Ein Ereignis jagt das andere: Am vergangenen Samstag wurde der Göttinger Literaturherbst mit einer Lesung mit der Buchpreisträgerin Anne Weber eröffnet. In diesem Jahr werden die Veranstaltungen des Literaturherbsts neben den Publikumsveranstaltungen parallel live gestreamt. Es gibt ein Online-Ticket für € 18,00, mit dem man an allen Veranstaltungen teilnehmen kann. Weitere Informationen findet ihr hier. Das Festival läuft noch bis zum 01. November 2021.

Die Lesesaal Buchhandlung hat sich entschlossen, eigene Lesungen mit Publikum erst wieder im Frühjahr 2021 (draußen im Hof hinter dem Lesesaal Café in den Stadthöfen) stattfinden zu lassen. Wir haben es uns nicht leichtgemacht, aber Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten gehen einfach vor.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Weihnachtsgeschäft vorzubereiten, weitere virtuelle Überraschungen für euch zu kreieren und auf unseren Social Media Kanälen in der kommenden Zeit ganz viele Bücher vorzustellen. Dann könnt ihr vielleicht das ein oder andere Buch entdecken, mit dem ihr eure Lieben überraschen könnt.

Endlich! Seit vergangenem Samstag ist unser Online-Shop verfügbar: https://lesesaal-hamburg.buchhandlung.de/shop/ Ihr könnt also ab sofort einfach und problemlos ein Buch  in den Lesesaal bestellen, und wenn ihr es nicht in unseren Laden schafft, es euch nach Hause liefern lassen. 

Weiterhin könnt ihr uns aber auch über WhatsApp eine Bestellung zukommen lassen. Da erreicht ihr uns unter 01515-7301618. Bei WhatsApp und in unseren Social Media Kanälen könnt ihr natürlich auch sehr gerne Fragen stellen oder euch beraten lassen, wenn ihr bei der Buchbestellung unsicher seid oder etwas nicht findet.

Am meisten freuen wir uns natürlich, wenn wir euch persönlich im Lesesaal begrüßen dürfen. In den kommenden Wochen werden wir im Schaufenster und auch in der Buchhandlung selbst ganz viele Neuerscheinungen präsentieren und euch schon bald mit einem neuen Themen-Schaufenster überraschen.

Wir wünschen euch eine gute neue Woche und bleibt gesund!

Roma Maria Mukherjee

BLOG NO 14 von Roma Maria Mukherjee

11. Oktober 2020Blog

Kommt mit nach Kanada! 

Kurz bevor sich die virtuellen Pforten der Buchmesse 2020 in Frankfurt öffnen, möchten wir euch schon in das diesjährige Gastland der Buchmesse entführen: nach Kanada!

Das Magazin „Kulturaustausch“ betitelt es in der 4. Ausgabe 2020 so: „Das bessere Amerika. Ein Heft über Kanada“. Aber wieviel wissen wir eigentlich über das Kanada? Und insbesondere: wieviel wissen wir über die Literatur des Landes, welches zwei offizielle Amtssprachen (englisch und französisch) in verschiedenen Landesteilen und zudem auch indigene Sprachen hat? Diese Sprachvielfalt ist ein besonderes Merkmal, das sich in der Kultur- und der Literaturwelt niedergeschlagen hat.

Als bekannt gegeben wurde, dass Kanada das Gastland der diesjährigen Frankfurter  Buchmesse stellt, haben wir uns (und von euch sicher auch einige) erst mal hingesetzt und überlegt, welche Autor:innen des Landes uns spontan einfallen. Allen Schriftsteller:innen voran war das natürlich Margaret Atwood. Und dann?

Je länger wir nachdachten und in unsere Regale schauten, desto mehr Titel und Autor:innen fielen uns auf und ein. Anne Carson, Leonard Cohen, Douglas Copeland, Joy Fielding, Margaret Millar, Alice Munro, Michael Ondaatje, Annie Proulx, Jocelyne Saucier und wir könnten noch länger so weitermachen. Aber haben wir diese ganzen Persönlichkeiten im Rahmen und Kontext Kanadas gesehen und gedacht?

Und was ist mit der jüngeren Literaturszene des zweitgrößten Landes der Welt? Damit haben wir uns im Verlauf des Jahres in unseren Social Media Kanälen zunehmend beschäftigt. Sowohl mit Literatur aus, als auch mit Texten über Kanada. 2020 ist im mairisch Verlag aus Hamburg zum Beispiel „Toronto. Aufzeichnungen aus Kanada“ von Marc Degens erschienen. Der Autor war von 2014 bis 2018 zu einem längeren Aufenthalt dort und hat von Toronto aus das Land erkundet. In dem Journal beschreibt er sowohl seine Reisen durch das Land, aber auch sehr viel über Land, Leute und Kultur. Großartig ist sein Eintrag über ein total verrücktes Peaches-Konzert. Den Band haben wir in einer Folge „Vorgelesen bekommen“ auf Instagram Live vorgestellt.

Ein Highlight des Jahres 2020 war für uns auch die Neuerscheinung (auf dem deutschen Markt) der Autorin Michelle Winters: „Ich bin ein Laster“ bei Wagenbach in der Salto-Reihe. Das Werk haben wir ausführlich im Blog und bei „Vorgelesen bekommen“ vorgestellt und Höhepunkt war die IG Live Lesung in englischer Sprache, die Michelle Winters in unserem Account anlässlich der „Langen Nacht der Literatur“ auf Instagram durchgeführt hat. Diesen Roman können wir euch allen wirklich sehr ans Herz legen (wir haben sowohl das englische Original als auch die Übersetzung vorrätig) Wir sind sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin. Einen Ausblick darauf gibt es gerade aktuell in dem oben erwähnten Magazin „Kultur Austausch“ zu lesen: die Erzählung „Der Damm“ von Michelle Winters (übersetzt von Barbara Schaden).

       

Für viel Aufsehen hat 2020 der Roman „Eisfuchs“ von Tanya Tagaq gesorgt. Dieser bei Kunstmann erschienene Roman spielt in der Arktis und berichtet von den Mythen der Inuit und den Problemen einer Kindheit und Jugend in der dortigen Gesellschaft, die von Kargheit, Gewalt und einer sich auflösenden Gesellschaft geprägt ist. Die Musikerin vereint in diesem Buch gekonnt Prosa und lyrische Teile und gewährt uns gerade Einblicke in die Kultur und Lebenswelt der indigenen Bevölkerung, über die wir sicher alle noch viel zu wenig wissen.

Aufgerüttelt hat 2019 auch der Roman „Die Aussprache“ von Miriam Toews (erschienen bei Hoffmann und Campe). Diese von Monika Baark übersetzte Geschichte stammt von einer der wichtigsten Autor:innen der Gegenwartsliteratur Kanadas. Der Klappentext verrät: „Acht Frauen. 48 Stunden Zeit, die eigene Geschichte umzuschreiben. Jahrzehntelang haben sie versucht, mit dem, was geschehen ist, zurechtzukommen. Jetzt haben die Frauen einer abgeschieden lebenden Gemeinschaft die Gelegenheit, alles anders zu machen. Und so ergreifen sie das Wort. Sollen sie bleiben oder gehen? Bleiben sie, dann müssen sie nicht nur angehört werden, sondern auch verzeihen. Gehen sie, müssen sie in einer ihnen gänzlich unbekannten Welt den Neuanfang wagen.“ Auch zu dem Buch können wir sagen: Die Lektüre lohnt sich sehr!

Was man schon an dieser Stelle sieht: Es ist unmöglich, dass Land, die Kultur und insbesondere die Literaturwelt Kanadas auch annähernd in einem Blogbeitrag zu beschreiben. Kanada ist unendlich vielfältig, manchmal überraschend, in einigen Aspekten verstörend und ziemlich überwältigend.

Wie gut, dass die Buchmesse 2020 erst noch beginnt und wir die Gelegenheit haben, noch mehr über das Land zu erfahren. Selbstverständlich werden wir in den kommenden Tagen dazu besonders viel in unseren Social Media Kanälen aufgreifen. Noch besser finden wir, dass Kanada nicht nur 2020 virtuell Gastland sein darf, sondern auch ein nächstes Jahr offizieller Präsenzgast sein wird. Dann werden wir die Möglichkeit haben, noch weitere Neuerscheinungen in Deutschland kennenzulernen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr in den kommenden acht Tagen die Präsentationen Kanadas auf der Buchmesse virtuell verfolgt und auch mit uns auf unseren Kanälen kommuniziert.

Seit kurzer Zeit gibt es bei uns die Möglichkeit, Bücher direkt per WhatsApp zu bestellen. Sollte also ein Titel hier euer Interesse geweckt haben, dann könnt ihr ihn unter 01515-7301618 bestellen. Natürlich stehen wir euch dort auch für Fragen zur Verfügung.

Viel Freude beim Entdecken Kanadas im Lesesaal und auf der virtuellen Frankfurter Buchmesse!

Roma Maria Mukherjee

 

 

BLOG no 13 von Roma Maria Mukherjee

5. Oktober 2020Blog

Wanderausstellung im Lesesaal – Die 25 Schönsten Deutschen Bücher 2020

Wer uns in der vergangenen Woche in der Lesesaal Buchhandlung besucht hat, konnte schon einen Blick auf die von der Stiftung Buchkunst durch zwei Expertenjurys gewählten 25 Schönsten Deutschen Bücher 2020 werfen.

Die Stiftung Buchkunst sitzt in Frankfurt am Main und Leipzig. Sie wurde im Jahr 1966 als Stiftung privaten Rechts gegründet, begleitet in Deutschland die Buchproduktion und hat zum Ziel, „das Buch“ technisch und mit Hinblick auf Gestaltung qualitativ zu fördern. Träger der Stiftung sind zum aktuellen Zeitpunkt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., die Deutsche Nationalbibliothek, die Städte Frankfurt am Main sowie Leipzig in ihrer Funktion als Buchstädte. 

                 

 

Neben dem jährlichen Wettbewerb „Die Schönsten Deutschen Bücher“ organisiert die Stiftung Buchkunst regelmäßig die Wettbewerbe „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ und „Best Book Design from all over the world“.

Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb „Die Schönsten Deutschen Bücher“ ist eine Mindestauflage von 500 Exemplaren und eine ISBN-Nummer. Die am Wettbewerb teilnehmenden Bücher (2020 waren es knapp 700 Titel) werden durch eine beziehungsweise mehrere Jurys beurteilt, die sich aus Fachleuten mit verschiedenen qualifizierten Hintergründen zusammensetzt. Insgesamt 25 Bücher (die Anzahl ist festgelegt) werden prämiert. Eine herausragende ganzheitliche Gestaltung, Konzeption und erstklassige Verarbeitung zeichnen diese 25 Werke aus. Die 25 Bücher sind zugleich die Nominierungen für den „Preis der Stiftung Buchkunst“, welcher mit 10.000 Euro dotiert ist. In diesem Jahr hat „Das Jahr 1990 freilegen“ den Preis gewonnen. Herausgeber:innen sind Jan Wenzel, Anne König, Andreas Rost u.a. Es ist bei Spector Books Leipzig erschienen und enthält unter anderen Beiträge von Martin Gross und Alexander Kluge. Dieser prächtige Band erfreut sich auch bei unseren Kund:innen im Lesesaal großer Beliebtheit.

 

Die 25 Schönsten Deutschen Bücher könnt ihr noch bis zum 17. Oktober 2020 bei uns in der Lesesaal Buchhandlung anschauen. Einen kleinen Einblick erhaltet ihr hier bereits auf den eingefügten Fotos. Die Lesesaal Buchhandlung zeigt diese Ausstellung im Laden bereits seit mehreren Jahren – auch am alten Standort in Eimsbüttel war uns diese Präsentation sehr wichtig. Einige der prämierten Bücher haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten in den sozialen Medien in unseren Kanälen bereits vorgestellt. Beispielsweise „Die Wunderkammer der Deutschen Sprache“ und „Die Pfingstrosenlaterne“. Allen Prämierten möchten wir an dieser Stelle herzlich gratulieren und freuen uns darüber, wie hochwertig die deutsche Buchkunst doch ist!

Wir hoffen, euch bald im Lesesaal begrüßen zu können und freuen uns, wenn ihr uns euren Favorit:innen mitteilt! Gerne über Instagram, Facebook und Twitter oder persönlich im Gespräch in der Buchhandlung. Bis bald!

Roma Maria Mukherjee

 

BLOG no 12 von Roma Maria Mukherjee

30. September 2020Blog

Hieronymustag 2020 – Der internationale Übersetzertag

Am 30. September wird der internationale Übersetzertag mit zahlreichen Lesungen von Übersetzern und anderen Veranstaltungen begangen. Der Patron der Übersetzer ist der Heilige Hieronymus, der seinen Gedenktag am 30. September hat.

Sophronius Eusebius Hieronymus wurde im Jahre 347 in Dalmatia geboren und verstarb am 30. September 420 in Betlehem. Der Kirchenlehrer gehört zu den großen Kirchenvätern in der katholischen Kirche, wird aber auch von verschiedenen anderen christlichen Konfessionen als Heiliger verehrt. Hieronymus studierte Grammatik, Rhetorik und Philosophie und wurde zu einem literarisch versierten Theologen, der sich auch intensiv mit abwegigen Werken beschäftigte. Bei seinen Arbeiten nimmt die „Vulgata“ eine besondere Rolle ein. Diese stellte für einen großen Zeitraum die gültige Bibelübersetzung der katholischen Kirche darf. Er beherrschte Latein und Griechisch, sowie (in der Forschung bezüglich der Qualität umstritten) Hebräisch. Neben eigenen verfassten Werken, stehen seine Übersetzungen und seine verfassten Kommentare im Mittelpunkt seines Schaffens.

Übersetzungen – um wieviel ärmer wären unsere Literaturkenntnisse, wenn wir nicht dank weltweiter Übersetzerinnen und Übersetzer in der Lage wären, internationale Bücher und Texte lesen zu können! Die individuellen Kenntnisse würden niemals ausreichen, um den Kanon nur alleine der europäischen Weltliteratur im Original lesen zu können – geschweige denn Werke z.B. indigener Sprachen. Diesem Beruf zollt also der heutige Gedenktag Respekt und Anerkennung. Und auch den unabhängigen Verlagen, die ihre Übersetzerinnen und Übersetzer auf dem Cover nennen – das ist der richtige Platz für sie!

Auf eine ganz außergewöhnliche und wichtige Einrichtung für Übersetzerinnen und Übersetzer möchten wir mit diesem Blogbeitrag aufmerksam machen: das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen. Diese Einrichtung ist ein Arbeitszentrum für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzerinnen und Übersetzer. In seiner Art ist dies weltweit das erste Zentrum und gleichzeitig auch das größte gewesen.

In Straelen können Übersetzerinnen und Übersetzer unter sehr guten Bedingungen arbeiten: Es gibt eine Bibliothek mit 125.000 Bänden (35.000 Lexika in über 275 Sprachen und Dialekten), Computer, LAN in den Appartements und die Möglichkeit zu angeregten Diskussionen unter Kolleginnen und Kollegen. Insgesamt stehen 30 Appartements zur Verfügung. Die Kunststiftung NRW vergibt zudem jährlich den Straelener Übersetzerpreis. 

Für den Aufenthalt bewerben können sich Übersetzerinnen und Übersetzer, die bereits zwei größere Werke (Übersetzungen) publiziert haben und im Auftrag eines Verlages an einer weiteren Übersetzung arbeiten. Eine lange Liste der Projekte, die 2019 dort übersetzt wurden und aus, beziehungsweise in, welche Sprachen übersetzt worden ist, könnt ihr hier anschauen. 

Auch wenn Deutschland als Land der „Dichter und Denker“ gilt – international gab und gibt es wundervolle Werke, die wir als Buchhandlung sehr schätzen und unser herzlicher Dank gilt allen, die sich um die Kunst der Übersetzung verdient machen. Toll, dass es euch gibt!

Roma Maria Mukherjee

BLOG no 11 von Roma Maria Mukherjee

24. September 2020Blog

Steidl Nocturnes – Meisterwerke haptischer Buchkunst

Literatur macht auch im 21. Jahrhundert glücklich, ob ernsthaft oder beschwingt, Feuilletons, Radiosendungen und Bookstagram zeugen davon. Kann es wahre Buchkunst ebenfalls noch?

Der heutige Blogbeitrag dreht sich ganz ums Buch. Pardon, um drei Bücher und einen Verlag: dem Steidl Verlag aus Göttingen. Alleine die Straße des Verlagssitzes hat schon literarische Qualität: Es ist die „Düstere Straße“.

Die Geschichte des Verlagshauses ist jedoch alles andere als dunkel. Sie beginnt im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts. Die Keimzelle war die Siebdruckwerkstatt des Gründers Gerhard Steidl, zu dessen Kunden namhafte bildende Künstler gehörten. Politische Sachbücher, literarische Texte und Kunst- sowie Fotobände erblickten und erblicken seitdem das Licht der Welt, auf denen der Verlagsname „Steidl“ zu lesen ist.

Der Steidl Verlag hält die Rechte am Werk des Nobelpreisträgers Günter Grass, verlegt Werke deutscher und übersetzter Autorinnen und Autoren und fokussiert sich insbesondere auf die besondere Gestaltung der verlegten Werke. Dabei spielt die Auswahl der richtigen Papiersorte eine wichtige Rolle, ebenso das Leinen für den Einband und auch die Gestaltung der Einbände – beides sind für Hände und Augen ein Genuss und stellen in der Landschaft verlegter Bücher eine hochwertige Besonderheit dar. Der Verleger selbst wählt aus und diese Hingabe zum Buch spürt man auch, wenn man ein Steidl-Werk in Händen hält.

An dieser Stelle möchten wir die Reihe Steidl Nocturnes mit den drei Bänden „Der Fall Moosbrugger“ von Robert Musil, „Das Geisterschiff“ von Richard Middleton und „Tamango“ von Prosper Merimée vorstellen. Die relativ schmalen Bände (alle mit exakt 128 Seiten) haben einen festen Leineneinband, ein Lesebändchen und die gedeckten Farbtöne changieren ein wenig. Die Covergestaltung ist sowohl typographisch als auch in der bildlichen Gestaltung reduziert und künstlerisch zugleich. Beim genauen Betrachten der Bilder erkennt man sehr feine Details. Diese Zeit der Betrachtung solltet ihr euch unbedingt nehmen.

         

Der Herausgeber des Bandes „Der Fall Moosbrugger“ von Robert Musil, Andreas Nohl, ist Schriftsteller und Übersetzer. Der genannte Band enthält sowohl Auszüge aus dem unvollendeten Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ als auch im Anhang einen Text von Karl Kraus aus „Die Fackel“ (Zeitschrift) von 1911 und ein Nachwort von Karl Corino, der über das Frühwerk Musils promoviert hat.

Worum geht es in „Der Fall Moosbrugger“? Es handelt sich um einen historischen Kriminalfall. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein bereits zuvor wegen des gleichen Delikts verurteilter Mörder rückfällig und ermordete eine weitere Frau in Wien. Im unvollendeten Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ gibt es Agathe, Clarisse und Ulrich, die den Mörder als unverstanden betrachten und der Meinung sind, ihm helfen zu müssen. Der Täter wird befreit, in einem Versteck untergebracht, betreut nur von einer einzelnen, weiblichen Person. Die Erzählung beleuchtet nun die weiteren Verläufe, die jeweils am Rand einer Katastrophe balancieren und vollständig zu eskalieren drohen – „Der Fall Moosbrugger“, ein wahrer Kriminalfall, der durch Musils Schreiben in den Kanon der Weltliteratur eingegangen ist.

Diesen und die beiden anderen Bände der Reihe möchten wir euch allen sehr ans Herz legen. Ihr haltet wahre Kunst in den Händen! Schaut gerne vorbei und gönnt euch einen Blick auf die Bücher. 

Roma Maria Mukherjee