BLOG no 43 von Roma Maria Mukherjee

8. Mai 2021Allgemein, Blog

Die Leipziger Buchmesse und das Gastland Portugal

Wer hätte 2020 geglaubt, dass selbst im Mai 2021 (die von März verschobene Leipziger Buchmesse) nicht stattfinden kann? Vermutlich haben die meisten Fans der Messe gehofft, dass es schon irgendwie gehen könnte. Gastland 2021 wäre Portugal gewesen. Amtlich Portugiesische Republik genannt, liegt dieser EU-Staat im Westen der iberischen Halbinsel. Weltweit ist portugiesisch Muttersprache für insgesamt 240 Millionen Menschen und mit dieser Anzahl ist die Sprache eine Weltsprache. Ein bisschen davon konnten wir hoffentlich mit dem Lyrikband „VERSschmuggel – Contrabando de VERSOS“ bei unserer 100. Folge „Vorgelesen bekommen“ aus dem Theater im Zimmer zeigen. Der schon 2009 bei Wunderhorn erschienene Band verdient für die Außergewöhnlichkeit des zugrundeliegenden Projekts nach wie vor Aufmerksamkeit.

Leider wurde nun auch das zweite Jahr die Buchmesse Leipzig abgesagt. Wir freuen uns umso mehr, dass der Auftritt des Gastlandes Portugals nun im Jahr 2022 stattfinden wird. Nachstehend möchten wir Vorfreude auf das kommende Jahr generieren und zwar mit dem Hinweis auf fünf Buchpublikationen aus deutschen unabhängigen Verlagen:

Bereits im Oktober 2019 im Bonner Weidle Verlag erschienen ist „Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit“ von Isabela Figueiredo (aus dem Portugiesischen übersetzt von Markus Sahr). Die Erinnerungen sind mit einem Nachwort von Sophie Sumburane veröffentlicht worden. Die Autorin war mit diesem Titel am 29. November 2019 im Lesesaal zu einer Lesung. Der Band enthält 172 Seiten, hat Fadenbroschur und kostet 23 Euro. Eine ausführliche Inhaltsangabe findet ihr auch in unserem Online-Shop. Zur Autorin schreibt der Weidle Verlag:

Isabela Figueiredo wurde 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. Mitten in den Kolonialkriegen wächst sie in enger Nachbarschaft zu den Schwarzen auf, doch als Weiße. Diese Jugend geht früh zu Ende: 1975, nach der Nelkenrevolution und Mosambiks Unabhängigkeit, verläßt sie Afrika allein und lebt fortan – bis zum Studium – bei Verwandten in der tiefsten portugiesischen Provinz. Die Eltern wird sie erst zehn Jahre später wiedersehen, als auch sie aus Afrika zurückkehren. Mit nahezu leeren Händen kommen diese »retornados« nach Portugal, verachtet von der einheimischen Bevölkerung, die in ihnen arbeitsscheue Versager sieht.“

Auch der zweite Titel, den wir euch ans Herz legen möchten, stammt von der Autorin und ist im Weidle Verlag erschienen: Der Roman „Die Dicke“ ist im Februar 2021 erschienen. Die Neuerscheinung wurde von Marianne Gareis übersetzt.

„Maria Luísa ist jung, intelligent, eigensinnig. Sie ist eine gute Schülerin und verfolgt auch später konsequent ihren eigenen Weg. Doch sie ist dick. Hoffnungslos dick. Dieser Umstand überlagert und beschädigt alles: ihre sozialen Kontakte, ihr Gefühlsleben (die komplizierte Beziehung zu David, ihrer großen Liebe), ihren Wirklichkeitsbezug. Schon als Teenager leidet sie darunter und muß in resigniertem Schweigen das Mobbing durch ihre Mitschüler ertragen. Neben ihrer dominanten Freundin Tony – schlank, schön und von allen Jungs umschwärmt – ist sie »das Monster«, »der Blauwal«. Im Studium lernt sie David kennen. Obwohl er ihren Körper begehrt, schämt er sich vor seinen Freunden für ihr Aussehen und bittet sie, ihn nicht mehr zu besuchen. Er beendet die Beziehung, doch kann sich Maria Luísa nicht vollends von ihm lösen. Von den eigenen Eltern fühlt sie sich bedrängt und eingeschränkt, dennoch werden sie ihr nach deren Tod fehlen. Als Erwachsene faßt Maria Luísa den Entschluß, ihren Magen operativ verkleinern zu lassen.

Die Erzählerin dieses autobiographischen Romans geht durch die Räume der Wohnung, die sie mit ihren Eltern nach deren Rückkehr aus Mosambik bewohnt hat; die einzelnen Zimmer bilden die Kapitelüberschriften.“ (Die Romanbeschreibung stammt vom Weidle Verlag)

Außerdem möchten wir euch gerne noch folgende Titel empfehlen:

Sophia de Mello Breyner Andresen „Exemplarische Erzählungen“, übersetzt von Michael Kegler, im März 2021 im Elfenbein Verlag erschienen. 7 Meistererzählungen, die auf bekannte Persönlichkeiten zu Zeiten des Salazar-Regimes verweisen (zwischen 1930 und 1974).

Ralph Roger Glöckler „Kurs auf die Freiheit. Portugal nach der Nelkenrevolution“, ebenfalls im März 2021 beim Elfenbein Verlag verlegt. Erstmalig erschien das Buch 1980. In diesem Reisebuch geht es unter anderem darum, wie die Bewohner Portugals mit dem Meer verbunden sind und das Land in Richtung Freiheit zielgerichtet voranschritt.

Ana Luísa Amaral „Was ist ein Name“, übersetzt aus dem Portugiesischen von Michael Kegler und Piero Salabé. Die Gedichte sind im März 2021 in der Edition Lyrik Kabinett bei Hanser erschienen. Die Lyrikerin ist eine der beliebtesten Dichterinnen Portugals und ihre Gedichte zeichnen sich durch eine klare, feinsinnige Sprache aus.

Habt ihr Lust auf portugiesische Literatur und das Land bekommen? Dann nichts wie ran an diese und viele weitere Bücher. Da bis zur Leipziger Buchmesse 2022 noch Zeit ist, könnt ihr schon mal „vorlesen“ und im kommenden Jahr mitreden! Schaut im Lesesaal an der Stadthausbrücke vorbei – wir beraten euch gerne.

Den Weidle Verlag aus Bonn werden euch an dieser Stelle im Herbst 2021 in einem eigenen Blog-Beitrag vorstellen. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Wir wünschen euch ein wunderbares Wochenende – genießt die Sonne!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 42 von Roma Maria Mukherjee

1. Mai 2021Blog

Schöner Name, noch schönere Bücher: topalian & milani verlag

In wunderbare, kleine und unabhängige Verlage verlieben wir uns ja immerzu und hoffen, dass es euch genau so geht. Kennt ihr denn schon den topalian & milani Verlag von Florian L. Arnold und Rasmus Schöll?

Wenn ihr auf Google nach dem Verlag sucht, dann erscheint der Eintrag und neben dem Verlagsnamen steht: „erwarten Sie alles“. Auf der Website lesen wir dann noch, dass sie keine Bücher „verlegen“, sondern diese „machen“. Und diese wirklich außergewöhnlich „gemachten“ Bücher, die haben wir natürlich wahnsinnig gerne bei uns im Lesesaal!

Rasmus Schöll, der mittlerweile zwei Buchhandlungen führt (in Ulm und Söflingen): Der Name Aegis ist Programm. Vor einiger Zeit hat er mit Stephanie Krawehl im Rahmen ihrer Reihe „Stephanie fragt nach“ auf Instagram live ein Gespräch geführt, in dem es natürlich neben dem Austausch unter Buchhändler:innen auch um den Verlag ging. Das Gespräch könnt ihr euch hier anschauen.

Dieser wurde 2015 von den beiden oben genannten Verlegern in Oberelchingen gegründet. Bei dem Namen des Verlages handelt es sich um die Namen der Großeltern der Verleger. Den Mittelpunkt bilden Belletristik und Kunstbuch und „Kunst“ sind die Bücher wirklich, deren illustratorische Ausstattung von namhaften Künstler:innen übernommen wird.

Exemplarisch möchten wir euch heute 3 Titel aus dem Verlag zeigen. Die Backlist liegt uns ja auch grundsätzlich am Herzen und wer die Bücher bislang noch nicht kannte, kann diese gerne im Lesesaal live und „in Farbe“ ansehen.

„Fingerpflanzen“ von Anna Kim (Erzählungen, mit und nach Bildern von Kristian Evju) ist bereits 2017 erschienen. Der schmale Band, 130 Seiten, hat einen farbigen Vor- und Nachsatz, englische Broschur mit Schutzumschlag und kostet 20 Euro. Die Autorin Anna Kim wurde 1977 in Südkorea geboren und lebt in Wien. Sie schreibt Prosa und Lyrik und die hier veröffentlichten Erzählungen sind eine Verschränkung von Wort und Bild, ergeben zusammen ein ganz eigenes künstlerisches Werk und sind auch vier Jahre nach der Erstveröffentlichung unbedingt empfehlenswert. Zu viel möchten wir über die Verschränkung von Autorin und Künstler hier nicht berichten, damit dieser Band möglichst ohne zu großen vorherigen Eindruck auf euch wirken kann.

„Kolumbianischer Winter“ von Franziska Bergholtz, sind Gedichte der 1997 geborenen Münchner Lyrikerin. 52 Seiten, die durchgehend illustriert sind (Bilder von Florian L. Arnold), Hardcover und der außergewöhnliche Band kostet 14 Euro. Die kurzen Gedichte mit packenden Sprachbildern sind schon durch die grafische Darstellung sehr prägnant – ihr solltet unbedingt einen Blick ins Buch werfen (auf der Homepage des Verlages sind alle Bücher übrigens auch auf eine spannende Form dargestellt und ihr könnt näher heranzoomen). Der Band ist 2019 erschienen.

„Ein Vogel ist er nicht. Neun Umschreibungen“ von Philip Krömer ist ebenfalls 2019 erschienen. Der Autor, 1988 in Amberg geboren, greift in den Erzählungen bekannte historische Persönlichkeiten auf, stellt sie aber in ganz andere Kontexte. Die Protagonist:innen begegnen uns also gewissermaßen zum ersten Mal! Auch bei diesem Werk stammen Illustrationen und Gestaltung von Florian L. Arnold. 224 Seiten, Hardcover mit farbigem Vor- und Nachsatz und der Preis für das Buch beträgt 24 Euro.

Haben wir euch neugierig gemacht? Dann schaut doch mal auf der Homepage des Verlages vorbei oder kommt in den Lesesaal und nehmt die Kunstwerke in Buchform in die Hand! Wie immer: wir freuen uns auf euch und eure Eindrücke!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

 

BLOG no 41 von Roma Maria Mukherjee

25. April 2021Blog

Meinungsfreiheit – was ist das eigentlich? 

Dazu fällt euch sicherlich sofort das Recht ein, die persönliche Meinung (vor allem in politischer Hinsicht) äußern zu dürfen. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Was ist damit gemeint und womit ist er verbunden? Welche Grenzen sind dieser Freiheitsform gesetzt? Und wie gehen wir damit gesellschaftlich und gesetzlich um? Was hat die Meinungsfreiheit mit der Literaturbranche und mit Buchhandlungen zu tun?

Vom 03. bis zum 10. Mai 2021 findet die „Woche der Meinungsfreiheit“ statt. Der Börsenverein ruft dazu auf und hat auch eigens für diesen Anlass eine Webseite geschaffen. Zum Hintergrund und Einbindung der Buchhandlungen und der Zivilgesellschaft finden sich auch auf den Seiten des Börsenvereins weitere Informationen.

Unter dem Hashtag #MehrAlsMeineMeinung können Buchhandlungen und Verlage mit Aktionen, Veranstaltungen und Programm diese Aktionswoche mit gestalten (und ihre Programme auch auf der offiziellen Aktionsseite eintragen lassen).

Die hier eingangs gestellten Fragen und viele weitere können sicher in die Diskurse der Woche eingebracht werden, in denen Räume für Austausch und Debatten ohne vorgefertigte Standpunkte ermöglicht werden sollen. Außerdem dient die Woche auch dem Zweck, sich für Verfolgte (aufgrund ihrer Meinung, ihrer Publikationen u.ä.) einzusetzen. Die Aktionswoche möchte gerne den Impuls zu einer großen Bewegung für Toleranz, Demokratie und Debatte geben.

Offen zu denken, frei zu diskutieren, eigene Grenzen auszuloten und immer wieder andere Perspektiven einzunehmen, spielt für die Arbeit in der Lesesaal Buchhandlung eine große Rolle. In unserem Team merken wir das auch immer wieder, wenn wir untereinander über Bücher sprechen oder welche Diskurse diese anregen. Viele gesellschaftlich relevanten Themen werden in der Belletristik und im Sachbuch aufgegriffen und gerade in der medialen Welt auch intensiv und kontrovers diskutiert. Identität, Herkunft, soziale Ungleichheit, Feminismus und Black Lives Matter sind nur ein paar Beispiele von Inhalten, die uns täglich in Büchern und in den sozialen Medien beschäftigen.

Der Sonntag ist zum Beispiel bei uns der Tag, an dem wir in unseren Kanälen auf Instagram und Facebook wiederholt Themen zur Diskussion präsentieren, um von allen Interessierten und Kommentierenden etwas zu ihren Hoffnungen, Wünschen, ihrer Kritik oder ihrer Sichtweise zu erfahren. Dies haben wir im vergangenen Jahr etabliert, da eine Buchhandlung nie nur ein Ort sein sollte, der ein Buch verkauft, sondern ein Ort an dem Denken, Austausch, Meinung, Diskurs, Positionswechsel und vieles mehr möglich ist. Durch die Pandemie vermissen wir und unsere Kund:innen den direkten Austausch, im Anschluss an Lesungen und Events, vermutlich gleichermaßen. Das weltweite Netz gibt uns aber die Gelegenheit, dennoch miteinander in stetigem Austausch zu bleiben und voneinander zu erfahren. Im Gespräch kommt man sich näher und so werden die Meinungen des jeweils anderen auch eine fassbare Erfahrung. Die „Woche der Meinungsfreiheit“ ist in dieser Zeit also vielleicht noch wichtiger, als sie es generell schon wäre. Denn wir alle haben viel weniger Gelegenheit, anderen zu begegnen als vor Corona und so unser (Noch-)Nicht-Wissen und unser Anders-Denken im Austausch zu hinterfragen.

Wir werden die Aktionswoche sieben Tage lang in unseren Kanälen in den Vordergrund stellen und mit literarischen, schriftlichen und diskursiven Beiträgen zu wichtigen Themen Ansätze zu präsentieren und freuen uns auf intensiven und kontroversen Austausch mit euch auf Facebook, Instagram und Twitter!

P.S. Auf der Aktionsseite der „Woche für Meinungsfreiheit“ könnt ihr auch die dortige erläuterte Charta (mit ihren elf Punkten) unterzeichnen. Ihr seid doch dabei, oder?

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

 

BLOG no 40 von Roma Maria Mukherjee

17. April 2021Blog

Unesco-Welttag des Buches: Der Lesesaal feiert das Lesen!

Am kommenden Freitag, den 23. April ist es soweit: Der weltweite Tag des Buches wird gefeiert! Wir als Buchhandlung feiern Bücher und die Kulturtechnik des Lesens natürlich das ganze Jahr, denn ohne Bücher und ohne das Lesen würde das Anbieten von Büchern und Literatur natürlich keinen Sinn ergeben.

Am 23.04.2021 haben wir aber eine besondere Gelegenheit euch etwas Besonderes zu präsentieren. An diesem Tag kommt die Hamburger Autorin Cornelia Franz zu uns in den Lesesaal an der Stadthausbrücke in Hamburg und liest aus „Calypsos Irrfahrt“. Die studierte Germanistin und Amerikanistin, die zugleich auch gelernte Verlagsbuchhändlerin ist und als Verlagslektorin gearbeitet hat, kennt das Medium „Buch“ aus zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven und wir freuen uns deshalb sehr, dass wir sie bei uns begrüßen dürfen.

Die Organisation dieser Lesung haben wir dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu verdanken. Wir haben uns für eine Lesung beworben und sind sehr dankbar dafür, dass die Verlage bei dieser Aktion die Honorare und Reisekosten übernehmen. Leseförderung findet auf vielen Ebenen statt und wenn alle Akteur:innen gemeinsam agieren, dann bringt dies die gesamte Literaturbranche und Leseförderung nach vorne.

Auf der deutschen Seite zum Welttag des Buches könnt ihr alles nachlesen, was mit diesem Tag zusammenhängt, welche Aktionen stattfinden werden und eine Menge Videos „Rund ums Buch“ findet ihr dort auch.

Aufgrund der Pandemie können wir leider keine interaktive Lesung mit Publikum im Laden durchführen. Deshalb werden wir die Lesung von Cornelia Franz aus dem Lesesaal streamen: Um 16 Uhr parallel auf unserem Instagram Account zu sehen und in unserem YouTube-Kanal. Die Lesung wird nur live stattfinden und nicht aufgezeichnet werden – ihr solltet also mit euren Kids Zeit ab 16 Uhr einplanen.

„Calypsos Irrfahrt“ von Cornelia Franz ist 2021 im Carlsen Verlag erschienen und wurde mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet. Worum geht es? Wir zitieren hier von der Webseite von Frau Franz die Inhaltsbeschreibung:

„Vier Wochen Segeltörn im Mittelmeer. Oscar ist schon am dritten Tag mit seinen Eltern langweilig. Doch dann fischen sie zwei vollkommen erschöpfte Kinder in einem Rettungsring aus dem Wasser. Es sind Nala und ihr kleiner Bruder Moh, die von einem Flüchtlingsboot gefallen sind. Nun beginnt eine Odyssee von Land zu Land: Nirgends dürfen die Kinder von Bord. Und je länger die Reise dauert, desto mehr freunden sie sich mit Oscar an. Schließlich kann er sich gar nicht mehr vorstellen, die beiden einfach in irgendeinem Flüchtlingslager zurückzulassen, wie von seinen Eltern geplant …“.

Eine Geschichte über Freundschaft, die aus der Perspektive der Kinder erzählt wird und deren Thematik uns Lesende sicher auch in der Gegenwart betrifft. Die Geschichte ist für Kinder ab 10 Jahren empfohlen und wir freuen uns, wenn ihr interaktiv am kommenden Freitag an den Bildschirmen dabei seid. Natürlich werdet ihr auch einbezogen!

Da unsere Veranstaltung virtuell stattfinden wird, habt ihr auch aus der Ferne die Möglichkeit dabei zu sein! Schaut aber doch auch mal bei den Buchhandlungen in eurer Nähe, welches Programm dort angeboten wird – denn viele Kolleg:innen haben sich ebenfalls sehr schöne Events einfallen lassen.

Wenn ihr Lust habt, schreibt uns doch mal, an welchen interessanten Events ihr an dem Tag teilnehmen werdet oder in der Vergangenheit teilgenommen habt. Ihr erreicht uns über die Messenger der sozialen Medien oder natürlich auch per Mail! Wir lieben eure digitale Post!

BLOG no 39 von Roma Maria Mukherjee

9. April 2021Blog

Ein Jahr voller Events! 

Offline – Digital – Hybrid

Was bringt die Zukunft?

Vor einem Jahr, im April 2020, haben wir unsere Veranstaltungsreihe „Vorgelesen bekommen“, die seit September 2011 einmal monatlich im Lesesaal live stattgefunden hat, ins Netz auf unseren Instagram-Account verlegt. Gerade haben wir die 100. Folge von der Bühne des „Theater im Zimmer“ gesendet. An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön an Martha Kunicki und ihr Team für diese außergewöhnliche Gelegenheit, diese runde Folge auf einer Theaterbühne zu feiern.

Viele Lesungen im Jahr 2020 mussten abgesagt werden. Jedoch konnten ein paar im Juli und August 2020 in einem Hof der Stadthöfen stattfinden. Die Planung für 2021 war und ist nicht einfach, denn auch Stand April 2021 wissen wir noch nicht, wie es mit der Pandemie weitergeht und was in drei oder vier Monaten möglich sein wird.

Davon lassen wir uns aber nicht beirren. Wir versuchen weiterhin ein besonderes Programm für euch auf die Beine zu stellen. „Vorgelesen bekommen“ findet ab April 2021 nun ein Mal pro Woche (immer dienstags) auf unserem Instagram Kanal statt. Die Interview-Reihe „Stephanie fragt nach“ (im Instagram-Account von Stephanie Krawehl, @stephanie_krawehl) läuft weiterhin donnerstags um 19.30 Uhr. Dazu planen wir umsichtig Lesungen, die wir im späten Frühling beziehungsweise im Sommer wieder im Freien, hinter dem Lesesaal Café, stattfinden lassen wollen. 

Ein Termin steht schon fest: Im Rahmen von „Hamburg liest Borchert“ gestalten wir am Samstag, den 22. Mai 2021 um 18 Uhr ein Programm zu Borcherts Werk. Wir stellen den Künstler und sein umfangreiches Wirken in verschiedenen Genres vor – dazu mehr in den kommenden Wochen auf unseren Social Media Kanälen. Wir freuen uns sehr, wenn ihr euch den Tag vormerkt und an der Veranstaltung teilnehmen würdet. Im Hof ist ausreichend Platz vorhanden, so dass Abstand und alle Maßnahmen eingehalten werden können. 

Stephanie Krawehl nimmt mittwochs um 12 Uhr seit einigen Wochen an dem Format „Lasst uns über Bücher sprechen“ mit Kolleginnen auf Clubhouse teil. Für alle die in der Mittagspause gerne etwas geistige Anregung genießen möchten – seid dabei!

Wir planen für unsere Social Media Kanäle auch weitere Formate und haben sehr viele Ideen (auch, um Lesungen hybrid veranstalten zu können). Wir möchten aber auch nichts überstürzen und uns qualitativ noch besser vorbereiten.

Sehr viel Zeit und Leidenschaft stecken wir in unsere Accounts auf Instagram, Twitter und Facebook und die Zusammenarbeit mit Verlagen, Autor:innen und Übersetzer:innen. Bücher liegen uns sehr am Herzen und wir versuchen, euch diese wirklich nahe zu bringen – insbesondere die wunderbaren Titel von unabhängigen Verlagen, die sonst auf Social Media untergehen würden. Da wünschen wir uns noch etwas mehr, dass auch einige Verlage dies aufgreifen und wir uns gegenseitig zu mehr Sichtbarkeit verhelfen.

Wie immer sind wir sehr daran interessiert, was euch am Herzen liegt! Welches Genre interessiert euch besonders? Was würdet ihr gerne von uns lesen? Wovon würdet ihr gerne mehr hören? Welcher Bereich im Lesesaal gefällt euch besonders? Schreibt uns gerne per Mail oder auch jederzeit via Messenger – wir freuen uns darauf!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 38 von Roma Maria Mukherjee

1. April 2021Blog

International Children’s Book Day

Dieses Jahr fällt der „International Children’s Book Day“ auf unseren Karfreitag und bringt Farbe in diesen Tag! Seit 1967 wird er am Geburtstag von Hans Christian Andersen begangen, um die Aufmerksamkeit auf Kinder- und Jugendbücher zu lenken und um die Liebe zum Lesen zu feiern. Umfangreiche Informationen zum Tag findet ihr auf der englischsprachigen iBbY-Seite.

iBbY ist eine Non-Profit-Organisation, die 1953 in Zürich (Schweiz) gegründet worden ist. Heute gibt es 80 nationale Sektionen, die über die ganze Welt verteilt sind. Die Mission von iBbY ist unter anderem, Kindern auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben, Zugang zu Büchern von hohem literarischem und qualitativen Wert zu erlangen. Jedes Jahr ist ein anderes Land Sponsor für den International Children’s Book Day. Im Jahr 2021 sind es die USA. Es lohnt sich die Geschichte von iBbY und die internationalen virtuellen Veranstaltungen auf der oben genannten Webseite anzusehen. An diesem besonderen Tag ist im Netz viel los.

Kinder und Bücher zusammenbringen – dieses Ziel haben wir auch im Lesesaal und deshalb haben wir in unserem Kinder- und Jugendbereich eine große Vorliebe für die Bücher aus kleinen und unabhängigen Verlagen, die vielfach an anderen Stellen nicht so präsent sind und manchmal dadurch leider auch untergehen. In unserem Blog ging es ja schon in einigen Beiträgen um das Vorlesen, den Vorlesetag und zum Beispiel bei der Verlagsvorstellung des Ariella-Verlags, auch explizit um Bilderbücher.

Vielfalt, Entdeckergeist, Esprit, Spaß, Emotionen und Lebenslust – diese und viele weitere Themen behandeln Kinder- und Jugendbücher mindestens ebenso gut wie die Belletristik, in Sachen Phantasie liegen sie vielleicht sogar vorne. Mit großer Begeisterung schauen wir immer die Neuerscheinungen durch und lieben genau so die Backlist. In der Lesesaal Buchhandlung wird man fündig, wenn man auch ganz besondere Kinderbücher finden möchte: Ob besonders nachhaltig im Druckverfahren, die Berücksichtigung von Diversität oder auch einfach spannende Themen aus der Natur, dem Tierreich oder dem Weltraum.

Natürlich werden wir am 02. April auch ganz besonders aktiv in den Sozialen Medien zu dem Thema sein – wir haben da schon was vorbereitet und hoffen, ihr entdeckt dort noch einige spannende Titel, die ihr vorher noch nicht gesehen habt oder auf die ihr nun einen zweiten Blick werfen könnt. Am Ostersamstag, den 03. April, haben wir regulär geöffnet und ihr seid herzlich eingeladen, einen Blick in unsere Lesesaal Kinderbuch-Abteilung zu werfen. Zur Inspiration haben wir heute schon einige Titel hier im Blog für euch präsent. Wenn ihr Fragen zu den einzelnen Werken habt, könnt ihr uns natürlich auch gerne via Mail oder via PN bei Twitter, Facebook oder Instagram schreiben. Auf Instagram und Facebook bringen wir immer mittwochs Beiträge zu Kinder- und Jugendbüchern (seit Januar 2020). Die findet ihr in unseren jeweiligen Profilen. Dort werden viele Titel auch ausführlich dargestellt.

Wir möchten euch an dieser Stelle ein frohes und gesundes Osterfest wünschen und hoffen, dass der Osterhase euch nicht (nur) Schokolade bringt, sondern auch ein gutes Buch!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

 

BLOG no 37 von Roma Maria Mukherjee

27. März 2021Blog

Eckige Ostereier im Lesesaal

Endlich ist Frühling!

Morgen werden die Uhren eine Stunde vorgestellt und dann ist Ostern schon (fast) da.

Wir blicken auf Ostern 2020 zurück: Der erste Lockdown, die Buchläden waren geschlossen. Derzeit dürfen wir uns glücklich schätzen: Ihr könnt, mit allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, die Buchhandlung in Hamburg-Neustadt seit kurzer Zeit wieder besuchen und eure Lektüre, Buchgeschenke oder Buchvorrat wieder direkt aussuchen.

Nachdem mitten im Weihnachtsgeschäft die Buchläden geschlossen wurden, sind wir froh, dass wir euch derzeit wieder vor Ort (natürlich mit FFP2-Maske und großem Abstand), bei der Auswahl von Büchern beraten dürfen. Unser Schaufenster haben wir bereits seit ein paar Wochen auf Ostern vorbereitet – jede Woche wird die Dekoration etwas österlicher.

Große Feiern und Feste, Zusammenkünfte jeder Art, Osterfeuer, Veranstaltungen und vieles mehr, müssen leider auch 2021 ausbleiben. Bücher sind natürlich kein Ersatz für die realen Begegnungen, die wir vor dem „New Normal“ gewohnt waren und die wir hoffentlich in nicht allzu weiter Ferne wieder erleben dürfen. Die Zurückgezogenheit und Stille eignen sich allerdings hervorragend für das Eintauchen in Literatur. Nachdem das Lesen in den vergangenen 20 Jahren auf dem Rückzug war, bringt die Pandemien der Frühling etwas Neues hervor: Die leidenschaftliche Hinwendung zu Büchern und das Reisen im Kopf.

Im vergangenen Jahr begann die Aktion #zweiterfrühling – um Autor:innen die Aufmerksamkeit zu verschaffen, denen die Neuerscheinung ihrer Bücher und deren Präsentation durch die abgesagte Leipziger Buchmesse versagt blieben. Wir waren von Beginn an mit Leidenschaft bei der Aktion dabei und sind es noch. Denn für dieses Jahr wurde die Leipziger Buchmesse erst in den Mai verschoben und dann abgesagt. Also werden wir weiterhin unter diesem Motto unser Schaufenster und natürlich auch vieles in den sozialen Medien präsentieren.

Selbst wenn ihr lieber derzeit keine Läden aufsuchen möchtet: Wir sind für euch da! Ihr könnt uns während der Ladenöffnungszeiten anrufen, rund um die Uhr mailen, via Facebook, Instagram, WhatsApp oder Twitter Kontakt aufnehmen. Dort beraten wir euch natürlich auch sehr gerne, zum Beispiel, wenn ihr auf der Suche nach Fachbüchern seid und diese kurz auf dem Weg von der Arbeit (wenn ihr in der Nähe der Stadthausbrücke arbeitet) abholen wollt. Auf unserer Webseite findet ihr seit Herbst 2020 auch unseren Online-Shop. Dort könnt ihr natürlich auch direkt bestellen, beispielsweise wenn ihr sonntags im Internet surft und euch ein Buch schicken lassen möchtet – weil ihr leider gar nicht in Hamburg seid und den Lesesaal gar nicht besuchen könnt, uns aber unterstützen möchtet.

Wir arbeiten weiter intensiv an neuen Event-Formaten (digital und auch vor Ort). Stephanie Krawehl ist mittwochs mittags um 12 Uhr mit Kolleginnen live auf Clubhouse und verbringt die Mittagspause dort, um mit anderen Buchbegeisterten über neue und spannende Titel zu sprechen. Seid dabei und nehmt dort am virtuellen Podium teil.

Wir wünschen euch ein wunderbares Wochenende und freuen uns auf euch im Laden in den Stadthöfen!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

 

 

BLOG no 36 von Roma Maria Mukherjee

20. März 2021Blog

Das besondere Wochenende: 

#Indiebookday und der Welttag der Poesie

 

Ein wunderbares Wochenende steht uns bevor: Samstag, der 20. März mit dem #indiebookday und Sonntag, der 21. März mit dem Welttag der Poesie. Geht einfach auf den Link der beiden Tage zum Stöbern und Nachlesen. Es lohnt sich. Die Geschichte und Entstehung beider Tage werden auf den verlinkten Seiten intensiv erklärt.

   

Wir konzentrieren uns im Blogbeitrag auf Aspekte, die mit Hamburg und natürlich mit dem Lesesaal zusammenhängen.

Die Pandemie und der Lockdown dauern jetzt schon ein Jahr lang an. 2020 hatten wir einen großen Plan für den #Indiebookday und den Lesesaal. Folgende fünf unabhängige Verlage wollten wir in der Buchhandlung zu Gast haben und den Tag und die #indiebookchallenge an der Stadthausbrücke lebendig gestalten:

Wie ihr alle wisst, kam dann der erste Lockdown, Buchhandlungen wurden zum ersten Mal geschlossen und alle Planung war dahin. Die Bücher dieser besonderen Verlage sowie die Bücher aus anderen unabhängigen Verlagen durften wir euch noch über andere abenteuerliche Wege zukommen lassen. Das Event aber fiel natürlich aus. Vor einem Jahr haben wir fest daran geglaubt, dass 2021 wieder eine Aktion im Lesesaal möglich wäre und wir die Verlage vor Ort zu Gast haben könnten – wieder nix.

   

Glücklicherweise dürfen wir aber in diesem Jahr geöffnet haben und bleiben – dies natürlich mit aller gebotenen Sorgfalt, Abstand, nur wenigen Personen in der Buchhandlung und mit Masken. Am Eingang haben wir für unsere Kund:innen Desinfektionsmittel für die Hände.  Das ist ein enormer Vorteil: Für uns, weil wir unseren Beruf ausüben können, für die unabhängigen Verlage, weil ihre Bücher präsentiert werden können, für die Autor:innen und Übersetzer:innen, weil ihre Bücher angesehen werden können und für euch, weil ihr diese in Augenschein nehmen könnt. Bei den Büchern unabhängiger Verlage ist es besonders wichtig, dass unabhängige Buchhandlungen (wie der Lesesaal) diesen Büchern besondere Aufmerksamkeit schenken und sie ins richtige Licht setzen und prominent platzieren. Im Gegensatz zu den Produkten von großen Verlagsgruppen handelt es sich ja vielfach um kleine Auflagen, wahre Buchkunst, die weder im Feuilleton, noch in Magazinen Erwähnung finden und die über kein großes Werbebudget verfügen. In Zeiten von ausgefallenen Buchmessen und Lesungen haben sie es noch schwerer haben als sonst.

 

Aus diesem Grund sind der #Indiebookday2021 und die #Indiebookchallenge besonders wichtig. Schaut am Samstag, den 20.03., bei uns oder in eurer Lieblingsbuchhandlung vorbei, wählt ein Buch aus einem unabhängigen Verlag aus (oder bestellt es zum Beispiel per Mail oder Telefon) und präsentiert es mit den genannten Hashtags in den sozialen Medien, beispielsweise auf Instagram, Facebook oder Twitter. Wenn ihr das Buch bei uns erworben habt, dann freuen wir uns sehr, wenn ihr uns taggt – natürlich antworten wir euch und teilen eure Beiträge auch weiter. Wir freuen uns sehr auf euch und erzählen euch mehr über die Verlage!

Am Sonntag, den 21.3., gibt es dann schon weitere Aufmerksamkeit für Literatur. Am Unesco-Welttag der Poesie steht der Liebe zur Lyrik nichts mehr im Weg. Habt ihr euch in der letzten Zeit mit Gedichten befasst? Auch wenn ihr noch nachhaltig gegen Lyrik eingestellt seid (mancher früherer Deutschunterricht soll diesbezüglich ja traumatisch gewesen sein) – am Sonntag solltet ihr den Dichterinnen und Dichtern der Welt die Aufmerksamkeit schenken, die ihnen häufig verwehrt bleibt. Ob es das klassische Versepos ist oder moderne Slam Poetry – wir sind uns sicher, dass Lyrik für alle etwas zu bieten hat.

Wir haben die beiden Anlässe auch bei uns im Schaufenster (an der Stadthausbrücke) kombiniert. Der #Indiebookday trifft auf den Welttag der Poesie. Und natürlich gibt es ganz wunderbare Gedichtbände aus unabhängigen Verlagen.

Zu diesen beiden Anlässen beginnt am Wochenende auch der Frühling! Diese Jahreszeit steht für Neubeginn, Kreativität und mit den knospenden Zweigen draußen, sicher auch für Hoffnung!

In diesem Sinne – wir wünschen euch ein wunderbares Wochenende und freuen uns auf euren Besuch und eure Nachrichten!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

BLOG no 35 von Roma Maria Mukherjee

13. März 2021Blog

Der Kröner Verlag – ein Traditionsverlag neu entdeckt 

Wer kennt ihn nicht, den Kröner Verlag? Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften können zumindest nicht durch ihr Studium gekommen sein, ohne einige Werke dieses Verlags, dessen Geschichte bereits im 19. Jahrhundert begann, auf einer Literaturliste der Universität gefunden zu haben. Die spannende Geschichte über die Entstehung des Verlags und der Entwicklung seit den ersten Jahren kann man nicht besser formulieren als das Unternehmen selbst auf seiner Homepage. Die Verfasserin des Blogs hat erst kürzlich wieder das „Sachwörterbuch der Literatur“ (Gero von Wilpert) in der Hand gehabt und sich über die Qualität der Einträge gefreut.

Ah, dieser Verlag ist also nur etwas für Studium und Wissenschaft, mag sich jetzt der ein oder andere denken. Das wäre dann jedoch zu kurz gedacht und würde dem Kröner Verlag auch nicht gerecht. Denn 2021 gibt es einiges Neues zu entdecken, womit man auf den ersten Blick vielleicht nicht rechnet.

In diesem Jahr geht der Kröner Verlag neue Wege – mit der Edition Hubert Klöpfer. Dort wird deutschsprachige Literatur verlegt und die Edition startet mit 6 neuen Titeln. Der Kröner Verlag hat sich auch schon in den vergangenen Jahren der Belletristik weiter geöffnet. Klassiker der Weltliteratur und übersetzte Klassiker der Moderne finden sich bereits im Verlagsprogramm. 

Die 6 Titel, die in der Edition Hubert Klöpfer ab März 2021 erscheinen:

„Die Verabschiebung“ von Joachim Zelter

„Lichte Horizonte“ von Daniela Engest

   

„Andershimmel“ von Peter Blickle“

„Herbarium, giftgrün“ von Gert Ueding

„Grobe Nähte. Roman einer deutschen Stadt“ von Johannes Schweikle

„Nichts, nur“, Gedichte und Miniaturen von Walle Sayer.

Mehr zu den Büchern und zum Kröner Verlag könnt Ihr im Blog von Birgit Böllinger lesen, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verlags verantwortlich ist und freiberuflich ein Büro für Text und Literatur führt. Es lohnt sich, auch und ganz besonders, ihr auf Twitter zu folgen. Die deutsche Literaturszene ist dort ja leider nur in kleinen Teilen vertreten. Ein ganz besonders reger Teil davon ist Birgit Böllinger, die dort aktiv netzwerkt. Durch sie sind wir überhaupt so intensiv auf die Neuausrichtung und speziell das Frühjahrsprogramm aufmerksam geworden. Einen traditionsreichen Verlag „neu“ zu entdecken – da geht nichts ohne persönliche Kontakte!

Wir hoffen sehr, dass ihr jetzt Lust auf die Titel des Kröner Verlages und der Edition Hubert Klöpfer bekommen habt. Seit Montag, den 8. März, sind wir wieder persönlich für Euch da. Zwischen 11 und 19 Uhr freuen wir uns darauf, euch im Lesesaal an der Stadthausbrücke begrüßen zu dürfen. Selbstverständlich könnt ihr auch weiterhin Bücher über alle bekannten Kanäle bestellen und abholen oder euch zusenden lassen.

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

Photos: Kröner Verlag, Porträtphoto von Daniela Engist: Anja Limbrunner

BLOG no 34 von Roma Maria Mukherjee

8. März 2021Blog

Der Weltfrauentag am 08. März 2021

Wir müssen reden. Über ein wichtiges Thema: den internationalen Tag der Frauen. Dieser wird seit 1911 begangen und zelebriert. Wir müssen die Aufmerksamkeit darauf lenken, was in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an Errungenschaften für Frauenrechte und Gleichstellung erreicht wurde und noch erreicht werden muss. Es gibt noch viel zu tun.

                                          

Das Motto des diesjährigen Weltfrauentages lautet:

 Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world“. 

Jede(r), die/der das Thema Frauenrechte, Gleichstellung und Frauenquoten in den letzten Jahren verfolgt und die Berichte vieler Frauen weltweit im Jahr der Pandemie gelesen hat, dem/der wird bewusst sein, dass sich die Situation der Frauen in jüngster Zeit eher verschlechtert oder verschärft hat und keineswegs einfacher geworden ist. Durch Schul- und Kita-Schließungen und die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten wurden insbesondere Frauen (ja, auch Männer, aber nicht in erster Linie) wieder stärker in die Care-Arbeits-Pflicht der Gesellschaft beordert. Dies ist zwar eine indirekte Folge des Virus’, leider aber eine reale Herausforderung für jede Mutter von Kindern in betreuungsnotwendigem Alter. Ursprünglich war das Frauenwahlrecht der Anlass für diesen Tag – aber alleine damit ist eine de facto Gleichstellung ja noch lange nicht erreicht.

     

Im „Frauenatlas“ von Joni Saeger von 2020, heißt es im Untertitel „Ungleichheit verstehen – 164 Infografiken und Karten“. Im Buch kann man sich grafisch aufbereitet und damit fast „auf einen Blick“, ansehen, wie unterschiedlich die Lebenserwartung von Frauen weltweit ist (Hongkong 87 Jahre, in Eswatini 48,1 Jahre) oder wie hoch der Anteil von Frauen ist, die über keine Reserven verfügen oder Rücklagen besitzen. Dieser Anteil liegt in Namibia z.B. bei über 50%. Dieses Buch ist sehr informativ und sicher sehr empfehlenswert, um im Unterricht eingesetzt zu werden.

Wir im Lesesaal werden den 08. März 2021 vermutlich später ganz besonders in Erinnerung haben: Am Weltfrauentag kann die weiblich geführte Buchhandlung nach einer monatelangen Schließung wegen der Pandemie endlich wieder öffnen! Der Literatur von Autorinnen wird bei uns generell viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dies ist im Literaturbetrieb (noch) nicht generell der Fall. So begrüßen wir es sehr, dass sich am Montag in vielen Schaufenstern, Blog-Beiträgen und Social Media Posts Beiträge über Schriftstellerinnen finden werden. Unser Schaufenster haben wir bereits am Freitag hergerichtet und wir hoffen, ihr schaut bei einem Bummel über die Stadthausbrücke einmal hinein.

   

Wir werden heute in unseren Social Media Kanälen einige Posts, Stories und Tweets zu der ganzen Vielfalt von weiblicher Literatur bringen. 2021 sollte der Begriff „Frauenliteratur“ als das verstanden werden, was er ist: eine Bereicherung und ein Gütesiegel und keine Herabsetzung.

Auf euren, natürlich mit allen möglichen getroffenen Sicherheitsvorgehen, erfolgenden Besuch in der Buchhandlung freuen wir uns sehr! Endlich wieder Stöbern, Beratung und ein Gespräch vis-a-vis (wenn natürlich auch mit medizinischer Maske). Wer dennoch lieber online bestellen möchte: Natürlich behalten wir unseren Online-Shop und auch die Möglichkeit per Telefon, Mail oder WhatsApp zu bestellen (ihr findet alle Möglichkeiten im Impressum oder ihr nutzt das Formular „Buch bestellen“ hier auf der Webseite). Bis ganz bald im Laden!

Roma Maria Mukherjee

roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de