David Rees – DIE KUNST, EINEN BLEISTIFT ZU SPITZEN

10. Dezember 2016Lese-Empfehlung

David ReesEines der schönsten, lustigsten und skurilsten Bücher. Rees lässt sich punktklein und millimeterbreit über das kunstvolle Bleistiftspitzen mit Taschenmesser, Einklingen- und Kurbelspitzern aus. Ein Handbuch, das puren Nonsens und philosophische Fragestellungen zu einem unvergleichlichen Lesegenuss verwebt.

erschienen bei Metrolit

wunderschönes Japan-Papier – CHIYOGAMI

9. Dezember 2016Lese-Empfehlung

CHIYOGAMIDieses edle Buntpapier aus Japan wird in einem aufwändigen Siebdruckverfahren bedruckt – der Lesesaal hat fünf der schönsten Muster für Sie ausgewählt.

Ein Bogen in dem Maßen 63 x 97 cm kostet € 19,50.

Scholem Alejchem – TEWJE, DER MILCHMANN – NEUÜBERSETZUNG

8. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Scholem AlejchemEiner der berührendsten Romane der modernen Weltliteratur: eine Entdeckung! Arm an Geld, reich an Kindern, träumt der Milchmann Tewje von einem Leben ohne Not und Leid. Doch nach einem unverhofften Geldsegen wendet sich das Blatt, und unser Held muss mitansehen, wie man ihm seine Familie und seine Heimat nimmt. So bleibt er ganz allein in der Welt zurück, mit nichts als seinem Gottvertrauen und seinem unerschütterlichen jüdischen Humor. Allen Schikanen des Daseins setzt er ein humanes, verschmitztes Trotzdem entgegen, das Trotzdem des wahren Humoristen, der noch unter Tränen lacht und scherzt. // Mit seinem Hauptwerk hat Scholem Alejchem seinen Ruf als einer der größten Humoristen der Weltliteratur begründet und dem untergegangenen Milieu des Schtetls ein Denkmal gesetzt. Keine nostalgische Verklärung, keine geschönte Idylle, sondern ein berührend tragikomischer Blick auf die Katastrophen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts drohend am Horizont aufziehen: Pogrome, Vertreibungen, Revolutionen. Dies macht den jiddischen Schicksalsroman zu einem der wichtigsten Bücher der Weltliteratur.

neu übersetzt von Armin Eidherr, erschienen bei Manesse

Rafael Cardoso – DAS VERMÄCHTNIS DER SEIDENRAUPEN – GESCHICHTE EINER FAMILIE

7. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Rafael CardosoDie faszinierende Lebensgeschichte von Hugo Simon, Wegbegleiter von Samuel Fischer und Thomas Mann! Als Rafael Cardoso zufällig auf Briefe und Dokumente seines Urgroßvaters stößt, ist seine Neugierde geweckt. Wer war Hugo Simon? Seine Nachforschungen führen ihn von São Paulo nach Berlin, wo er dem Familiengeheimnis auf die Spur kommt: Hugo Simon war nicht nur Bankier in der Weimarer Republik, er war auch enger Berater von Samuel Fischer, Besitzer von Munchs »Der Schrei«; Albert Einstein ging bei ihm ein und aus, Alfred Döblin verewigte den Freund in einem Roman.// Rafael Cardoso verfolgt die schillernde Biographie seines Urgroßvaters bis zu dessen Exil in Brasilien und lässt – ganz nah an der Geschichte und ihren Protagonisten – jüdisch-europäisches Leben im 20. Jahrhundert auferstehen. Eine faszinierend reiche Familienchronik, eine behutsame Erkundung von Besitz, Verlust und Identität, vor allem aber vom Wert der Erinnerung.

erschienen im S. Fischer Verlag

Julia Kissina – ELEPHANTINAS MOSKAUER JAHRE

6. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Julia KissinaWie eine junge Frau aus Kiew loszog, in Moskau ihr Glück zu suchen Von Sehnsucht nach dem freien Künstlerdasein gepackt, folgt die junge Elephantina ihrem Idol in die Katakomben Moskaus. Der rotgesichtige Dichterguru Pomidor, ein Mann in den besten Jahren, prominenter Kopf der Avantgarde, hat sie die »neue Achmatowa« genannt. Vergessen das provinzielle Kiew, die öde Kunstschule. Durch Bahnhöfe, Theatergarderoben und Museen von einer Schlafstatt zur nächsten irrend, findet die nonnenhaft gekleidete Nomadin eine Wohnung, die sie schon bald in eine Künstlerkolonie verwandelt. Dichterabende in überfüllten Studentenklubs mit Spitzeln in den hinteren Reihen, verbotene Kunstaktionen in Moskau und Umgebung, die Begegnung mit Allen Ginsberg, eine Vorladung beim KGB – doch all das ist nur die Kulisse, vor der Elephantina sich nach Pomidor verzehrt.

in der Übersetzung von Ingolf Hoppmann und Olga Kouvchinnikova , erschienen bei Suhrkamp

Ambrose G. H. Pratt – MENURA – PRÄCHTIGER VOGEL LEIERSCHWANZ MIT VOGELSTIMMEN-CD

5. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Ambrose G. H. PrattVon einem zauberhaften Buch, das er kürzlich entdeckt habe, spricht Elias Canetti in seiner Autobiographie und erzählt, wie er „die Geschichte von einer Frau, die in der Wildnis mit einem Leierschwanz Freundschaft schloß“ der damals unglücklichen Iris Murdoch schenkte. „Aus dem Trauerantlitz war ein Gesicht des Glücks geworden, von leichter Verwunderung übermalt, über dieses Buch.“ Der Leierschwanz gehört zu den Sperlingsvögeln und lebt in den Bergwäldern Südostaustraliens. Er ist nicht nur schön, mit seinem farnähnlichen graubraunen Gefieder, das über fünfzig Zentimeter lang sein kann. Er hat vor allem eine ungewöhnlich vielseitige Stimme und kann Geräusche nachahmen, die er hört − nicht nur die von Vögeln, er kann auch menschliche Stimmen, Maschinen oder Musikinstrumente imitieren und tanzt zu seiner eigenen Musik. Der Australier Ambrose Goddard Hesketh Pratt erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Vogel und der verwitweten Mrs. Wilkinson, einer Gartenbaukünstlerin, die im Urwald lebt und dort die Tiere schützt. Diese Begegnung regt ihn an, in fünf Kapiteln alles zusammenzutragen, was er über den Vogel finden konnte. „Es ist unmöglich, einen Leierschwanz singen zu hören und, während seines Gesangs, daran zu denken, daß es auch traurige Dinge auf der Welt gibt.“ (Ambrose G. H. Pratt)

erschienen bei der Friedenauer Presse

Rita Henss – ZIMT

4. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Rita Henss ZIMTIn China wird Zimt seit mindestens 4400 Jahren verwendet, die Ägypter kannten und verwendeten Zimt seit 1600 v.Chr. als Gewürz und Heilmittel und balsamierten damit ihre Mumien ein. Heute weiß man, dass Zimt in der allerersten Liga der Naturheilmittel mitspielt. Längst haben wissenschaftliche Studien die antimikrobielle Wirkung des Zimts bestätigt, außerdem senkt er die Blutzuckerwerte und den Cholesterinspiegel. Als wärmendes Gewürz kurbelt er den Stoffwechsel an, was auch hilfreich sein kann, wenn man Gewicht verlieren möchte. // Und jenseits der Zimtschnecke eröffnet sich ein weites kulinarisches Spektrum: Marokkanisches Lamm, indische Möhren, Zimt-Mandelsuppe mit Huhn, ayurvedisches Müsli mit Apfel und Ingwer …

Erschienen in der Reihe „mandelbaums kleine gourmandisen“ beim Mandelbaum Verlag

Gestaltung und Konzept: Heike Ossenkop – PHILOSOPHISCHER KALENDER 2017 „NATUR“

4. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Heike OssenkopDie Natur als das uns »natürlicherweise« Umgebende – Pflanzen, Tiere, anorganische Welt – und zugleich das kulturell Konzeptionierte – Landschaft, Umwelt, schöne Natur – ist seit jeher auch Gegenstand philosophischer Überlegungen und Diskussionen. Während in der Antike die Natur für den wohlgeordneten Kosmos stand und im Mittelalter als Schöpfung Gottes (natura naturata) wie auch als immer neu schaffendes Prinzip (natura naturans) gesehen wurde, wird sie heute eher unter den Aspekten der Naturkatastrophe und der bedrohten Ökosysteme zum Thema. Natur zwischen Wildnis und Naturästhetik, Naturwissenschaft und Naturschutz ist Gegenstand des Kalenders für 2017. // Mit Zitaten und Texten von: Theodor W. Adorno, Günther Anders, Augustinus von Hippo, Francis Bacon, Roland Barthes, George Berkeley, Gernot Böhme, Jacob Böhme, Dietrich Bonhoeffer, Rachel L. Carson, Ernst Cassirer, Margaret Cavendish Duchess of Newcastle, René Descartes, Paul K. Feyerabend, Ludwik Fleck, Galileo Galilei, Johann Wolfgang von Goethe, Jane Goodall, Ernst Haeckel, Donna Haraway, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Werner Heisenberg, Heraklit, Christian Cay Lorenz Hirschfeld, Max Horkheimer, Edmund Husserl, Elfriede Jelinek, Immanuel Kant, Sören Kierkegaard, Gottfried Wilhelm Leibniz, Gotthold Ephraim Lessing, Claude Lévi-Strauss, Georg Christoph Lichtenberg, Karl Marx, Maurice Merleau-Ponty, John Stuart Mill, Robert Musil, Isaac Newton, Friedrich Nietzsche, Novalis, Paracelsus, Blaise Pascal, Robert Pfaller, Platon, Joachim Ritter, Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Arthur Schopenhauer, Vandana Shiva, Baruch de Spinoza, Henry David Thoreau, Georg Christoph Tobler, Alfred North Whitehead und Zhuangzi.

Neu erschienen bei Felix Meiner, Hamburg

Casimiro di Crescenzo – IM HOTEL REGINA – ALBERTO GIACOMETTI VOR HENRI MATISSE. LETZTE BILDNISSE

2. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Casimiro di Crescenzo1954 erteilt die französische Münzprägestätte Alberto Giacometti (1901-1966) einen erstaunlichen Auftrag. Er soll eine Medaille zu Ehren von Henri Matisse (1869-1954) entwerfen. Der Schweizer Bildhauer reist drei Mal nach Nizza und porträtiert den todkranken, kaum mehr arbeitenden Franzosen im Hotel Régina. Es entstehen mehr als dreißig Arbeiten, fahle, blässliche, oft fragmentarisch angelegte Porträtzeichnungen, immer mit Bleistift auf Papier ausgeführt, die Zeit drängt. Zum ersten Mal weltweit vereinigen wir in der hier angezeigten Publikation diese Werke. Kein Fachartikel, keine Ausstellung hat das je getan. Der Giacometti-Spezialist Casimiro Di Crescenzo hat den Katalog erstellt, Michael Lüthy die Spezifität dieser Blätter im Vergleich zu anderen Porträtzeichnungen des Künstlers analysiert.

In der Übersetzung von Stefan Monhardt, erschienen im Piet Meyer Verlag

Wlodzimierz Odojewski – VERDREHTE ZEIT

1. Dezember 2016Lese-Empfehlung

Wlodzimierz OdojewskiWo endet die Erinnerung, wo beginnt die Selbsttäuschung? Der Warschauer Bibliotheksangestellte Waclaw Konradius erhält überraschenden Besuch aus seiner Vergangenheit: Im Treppenhaus wartet eine junge Frau auf ihn, die einer Weggefährtin aus seiner Zeit im Widerstand gegen die deutsche Besatzung verblüffend ähnlich sieht. Sie übermittelt ihm einen Auftrag, den er zwanzig Jahre zuvor ausgeführt hat – mit tödlichen Konsequenzen für die übrigen Mitglieder der konspirativen Gruppe. Gewährt ihm das Schicksal eine zweite Chance? Konradius macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die vielleicht nur seine eigene ist. // Virtuos, fesselnd und subtil erzählt Wlodzimierz Odojewski von einem Mann, dessen eigenes Versagen ihn womöglich in tiefe Schuld gestürzt hat und der einen Weg sucht, sich seiner selbst zu vergewissern.

In der Übersetzung von Barbara Schäfer, erschienen bei dtv