Aktuelles aus dem Lesesaal

  • BLOG no 26 von Roma Maria Mukherjee

    „Fragen Sie einen Vogel, warum er singt!!“ – Secession Verlag

    Ruft man die Unterseite „Verlag für Literatur“ auf der Webseite des Berliner Verlags auf, begegnet einem das hier in der Überschrift genannte Zitat (ja, mit zwei Ausrufungszeichen). Sofort ist die Assoziation da: „Fragen Sie einen Verleger, wieso er Bücher herausgibt“. Stephanie Krawehl hat diese Frage im Dezember 2020 in einer Folge von „Stephanie fragt nach“ live auf Instagram einem der zwei Verleger von Secession gestellt: Joachim von Zepelin.

    Erfahren haben wir dabei, dass er für Literatur in einer ganz besonderen Weise brennt und dass in Pandemiezeiten das Verlegen von Büchern auch große räumliche Freiheiten ermöglichen kann. Leider konnte diese wunderbare Folge nicht gespeichert werden und so wird sie nur allen Zuschauer:innen des Abends im Gedächtnis bleiben. Weniger flüchtig sind, glücklicherweise, der Verlag und seine Backlist sowie die Neuerscheinungen 2021.

       

    Zuerst ein paar einführende Sätze zur Geschichte des Verlags:

    2009 wurde der Secession Verlag von Susanne Schenzle und Christian Ruzicska als unabhängiger Schweizer Verlag in Zürich gegründet. 2013 verließ Susanne Schenzle den Verlag. Joachim von Zepelin, von Beginn an Mitgesellschafter, trat als Verleger ein. 2018 gründeten Christian Ruzicska und Joachim von Zepelin dann den Secession Verlag Berlin, der sowohl 2019 als auch 2020 mit dem Deutschen Verlagspreis von der Staatsministerin für Kultur und Medien ausgezeichnet wurde.

    Im Verlagsprogramm finden sich neben der Literatur internationaler, zeitgenössischer Autor:innen auch Werke von Literaten und Literatinnen vergangener Epochen. Seit 2019 gibt der Verlag (in Zusammenarbeit mit der Fonte-Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses) die Reihe „Femmes de Lettres“ heraus. In dieser Reihe werden Texte bedeutender Frauen des 18. und 19. Jahrhunderts verlegt, die leider in Vergessenheit geraten sind. Beispielsweise „Torheit und Liebe“ von Louise Labé von 1855. Dieser Text erschien als erster Band in dieser Reihe in einer Übersetzung aus dem Französischen von Monika Fahrenbach-Wachendorf. 

    Die „Handliche Bibliothek der Romantik“ ist eine auf fünf Jahre angelegte Reihe mit insgesamt 15 Bänden. Sechs Germanist:innen zeichnen sich für die Herausgabe verantwortlich. Das einprägsame Design, schwarz-weiß und je eine Farbe, erfreut die Augen und ist echte Buchkunst. Die ersten Bände erschienen im Sommer 2019 und wir sind schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Mehr über die Reihe, welche Bände wann erscheinen und Bilder der Bücher sind hier zu finden.

    Das Frühjahr 2021 ist zugleich das 22. Programm des Secession Verlags. Das Cover der Programmvorstellung (wunderbares Rot!) trägt den Titel „Wirklichkeit“. In Anbetracht einer nun bald einjährigen Realität einer Pandemie, die jede Dystopie in den Schatten stellt, ist „Wirklichkeit“ ein Begriff, über den sich ein Nachdenken wirklich lohnt.

    Wir tauchen wieder ab in die Welt der Bücher und Literatur, der Jahresplanung und Möglichkeiten! Im Laden sind wir weiterhin montags bis samstags von 13-17 Uhr für euch zur Abholung bestellter Bücher da! Wir freuen uns auf eure Bestellungen und über eure Treue zum Lesesaal! Bestellt gerne den Newsletter auf unserer Website – den Letter vom Januar haben wir online auf Facebook gestellt!

    Bleibt gesund und munter!

    Roma Maria Mukherjee

    roma.mukherjee@lesesaal-hamburg.de

  • Artikel über den Lesesaal aus DELUXE Magazin 07-2020

    dekorativ

  • English books – recommended by Mr. MINGO

    „Mailman“ by J. Robert Lennon published in 2003 – „A phantasmagoria of American paranoia and self-loathing in the person of a deranged but somehow good-hearted middle-aged mail carrier in steep decline, the book hums with a kind of chipper angst,“ writes Jonathan Lethem in the Los Angeles Times Book Review. „Washington Black“ by Canadian writer Esi Edugyan, published in 2018. The story follows the early life of George Washington „Wash“ Black, chronicling his escape from slavery and his subsequent adventures. For distraction – „642 tiny things to draw“. Draw teeny-tiny things in this teeny-tiny book! Have a wonderful weekend!

  • Vorgestellte Titel von „Vorgelesen bekommen“ am 7. Mai 2019

    Harold Nebenzal „Café Berlin“, übersetzt von Gertraude Krueger (engl. „Café Berlin“, 1994), Kein und Aber Verlag 2019, 414 Seiten, € 14,00, www.keinundaber.ch

    Angela Lehner „Vater unser“, Hanser Verlag 2019, 284 Seiten, € 22,00, www.hanser-literaturverlage.de

    Daniel Pennac „Der Fall Malaussène – Sie haben mich belogen“, übersetzt von Eveline Passet (frz. „Le cas Malaussène – Ils m’ont menti“, 2017), KiWi Verlag 2019, 304 Seiten, € 15,00, www.kiwi-verlag.de

    Niko Stoifberg „Dort“, Nagel & Kimche Verlag 2019, 280 Seiten, € 23,00, www.hanser-literaturverlage.de

    Bettina Wohlfarth „Wagfalls Erbe“, Osburg Verlag 2019, 438 Seiten, € 22,00, www.osburgverlag.de

    Vincent Almendros „Ins Schwarze“, übersetzt von Till Bardoux, (frz. „Faire Mouche“, 2018 – auch im Lesesaal erhältlich), Wagenbach Verlag 2019, 115 Seiten, € 16,00, www.wagenbach.de

    Martin R. Dean „Warum wir zusammen sind“, Jung und Jung Verlag 2019, 355 Seiten, € 24,00, www.jungundjung.at

    Franz Wauschkuhn „Max & Consorten“, Osburg Verlag 2019, 415 Seiten, € 22,00, www.osburgverlag.de

    Wir freuen uns auf den nächsten Termin am 4. Juni 2019 um 19:30 im Lesesaal. Kommt gerne (wieder) vorbei! Im Juli und August findet keine Veranstaltung statt – Ihr müsst Euch bis zum 3. September gedulden. Das lohnt sich!

  • Neu im Lesesaal – neuer Trend – das gekühlte Buch

    Heute haben wir auf der Karte der gekühlten Bücher die Biographie „Helen Hessel – die Frau, die Jules und Jim liebte“ von Marie-Francoise Peteuil, übersetzt von Patricia Klabousiczky, erschienen bei Schöffling. „Jules et Jim“, der Kultfilm aus den 60er Jahren, hat einen realen Hintergrund. Helen Hessel war die Frau in der Dreiecksbeziehung. Die Mutter des Diplomaten und Autors Stéphane Hessel hatte ein bewegtes, tabuloses Leben. Eine packende Biographie!

  • Mfreda und Mfred – das Literatur-Duo im Lesesaal-Schaufenster

    Diese illustre Paar wird Ihnen in Zukunft regelmäßig neue Titel im Schaufenster vorstellen. Dieses Mal hat sich Mfreda für das neue Buch von David Szalay „Was ein Mann ist“, erschienen bei Hanser, entschieden. Mit einzigartiger Raffinesse und Ironie dringt Szalay, der neue Star der britischen Literatur, mit seinem Roman in die wenig erkundete Psyche des modernen Mannes und das findet Mfreda spannend.

    Mfred möchte einen seiner Lieblingsautoren bzw. -illustratoren, Edward Gorey, vorstellen. Im Diogenes Verlag ist die großartige „The Lugubrious Library“ von ihm erschienen.  Lange Zeit vergriffen, versammelt der Schuber die zehn schönsten Bildergeschichten von Edward Gorey in einer bibliophilen Geschenkbox: im akribischen Federstrich festgehaltene Geschichten, die auf verfallenden Landsitzen, in bizarren Parks und düsteren Landschaften spielen und von kauzigen Menschen und anderen bizarren Wesen bevölkert werden – auf jeden Fall zu entdecken!

  • Sitzbank in der Kinderbuchabteilung

    Jetzt hat auch die Kinderbuchabteilung eine Sitzbank – wie die Großen im Café! Der Alpaka auf dem Turnbeutel des Kleinen Gestalten Verlags wartet schon sehnsüchtig auf Euren Besuch!

  • George-Arthur Goldschmidt in der heutigen FAZ

    Heute schreibt George-Arthur Goldschmidt in der FAZ einen kurzen Artikel –

    „Es kann nicht sein – wie ich die Lage in Deutschandland sehe […] Der Nationalismus stürzt Deutschland und Europa unvermeidlich in einen Abgrund, aus dem es diesmal kein Herauskommen mehr geben würde.“

    Der Schriftsteller, Übersetzer und Linguist George-Arthur Goldschmidt wurde 1928 in Reinbek bei Hamburg geboren und musste Deutschland als zehnjähriger „Nichtarier“ verlassen und ist in Frankreich aufgewachsen und Franzose geworden.

  • Heute im Deutschlandfunk Kultur

    Heute hat der Lesesaal drei Buchtitel in „LesArt“ auf Deutschlandfunk Kultur empfohlen: Hört mal rein!

     

    Hanno Millesi „Die vier Weltteile“, Edition Atelier 2018, 149 Seiten, € 18,00

    Aka Morchiladze „Reise nach Karabach“, Weidle Verlag 2018, 172 Seiten, € 20,00

    Lena Berggren/Kalle Johansson „Was ist eigentlich Faschismus?“, Jacoby & Stuart Verlag 2018, 61 Seiten, € 12,00, ab 12

     

  • Nun ist er an der Stadthausbrücke angekommen.

    Nach den letzten Zügen der Vorbereitungen hat der Lesesaal nun an der Stadthausbrücke eröffnet. Juhuuuu! Mit dem bekannten Sortiment: Belletristik, Lyrik, Interessantem, Krimis, Graphic Novels, Kochbücher und natürlich einer großen Abteilung an schönsten Kinderbüchern, vornehmlich von unabhängigen Verlagen. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie die Vielfalt ausgewählter Literatur!

    Dazu können Sie ab sofort auch den phantastischen Café von Mr. Hoban’s und diverse Leckereien von Die Pâtisserie aus Ottensen genießen. Dazu einen der tollen Säfte von „Das Geld hängt an den Bäumen“.

    Unsere kleine Eröffnungsfeier wurde mit einer wie immer großartigen Lesung von Inga Busch begleitet, die aus dem Erzählband „Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler gelesen hat. Umrahmt wurde die Lesung von Stücken von Johann Sebastian Bach, gespielt vom großartigen Violonisten Nathan Kirzon.

    (Photo: Jonas Wresch)