TEJU COLE – Vertraute Dinge, fremde Dinge – jetzt im Taschenbuch

18. Juli 2018Lese-Empfehlung

           Brillante Essays über Literatur, Kunst und Politik von Teju Cole, einem der wichtigsten jungen Intellektuellen der USA.

Teju Cole betrachtet Kunst, wie er die Welt betrachtet: mit dem Blick eines unsystematischen Historikers, der zunächst beobachtet, beschreibt, das Offensichtliche betrachtet, um zum weniger Offensichtlichen vorzudringen, das darunter liegt. Seine Essays handeln vom Unterwegssein, von politischer Moral, von Rassismus und von dem, was ihn geistig nährt, ob Essays von Baldwin, Gedichte von Tranströmer oder neue Meister der Fotografie auf Instagram. Und immer wieder zieht er erhellende Verbindungen, von der konkreten Gegenwart zur Dichtung, von der Geschichte zur Kunst. „Vertraute Dinge, fremde Dinge“ offenbart den Reichtum von Teju Coles Interessen, hier findet er zum poetischen Kern seines Denkens und Schreibens.

Jetzt als Taschenbuch bei Suhrkamp erschienen, 416 Seiten, € 12,00

Auf den Spuren des Bösen – der Sensationsbestseller aus Frankreich

17. Juli 2018Allgemein, Veranstaltungen

1949 flüchtet Josef Mengele, der bestialische Lagerarzt von Auschwitz, nach Argentinien. In Buenos Aires trifft er auf ein dichtes Netzwerk aus Unterstützern, unter ihnen Diktator Perón, und baut sich Stück für Stück eine neue Existenz auf. Mengele begegnet auch Adolf Eichmann, der ihn zu seiner großen Enttäuschung nicht einmal kennt. Der Mossad sowie Nazi-Jäger Simon Wiesenthal und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer nehmen schließlich die Verfolgung auf. Mengele rettet sich von einem Versteck ins nächste, lebt isoliert und wird finanziell von seiner Familie in Günzburg unterstützt. Erst 1979, nach dreißig Jahren Flucht, findet man die Leiche von Josef Mengele an einem brasilianischen Strand. Dieser preisgekrönte Tatsachenroman von Olivier Guez, der in Frankreich sofort zum Sensationsbesteller wurde, liest sich wie ein rasanter Politthriller und wahrt zugleich die notwendige Distanz.

Lesung deutscher Text: Sabine Kolmar, Moderation: Stephanie Krawehl
Lesung am 8. September 2018 um 20 Uhr, Eintritt € 14,00

Mfreda und Mfred – das Literatur-Duo im Lesesaal-Schaufenster

3. Juli 2018Allgemein

Diese illustre Paar wird Ihnen in Zukunft regelmäßig neue Titel im Schaufenster vorstellen. Dieses Mal hat sich Mfreda für das neue Buch von David Szalay „Was ein Mann ist“, erschienen bei Hanser, entschieden. Mit einzigartiger Raffinesse und Ironie dringt Szalay, der neue Star der britischen Literatur, mit seinem Roman in die wenig erkundete Psyche des modernen Mannes und das findet Mfreda spannend.

Mfred möchte einen seiner Lieblingsautoren bzw. -illustratoren, Edward Gorey, vorstellen. Im Diogenes Verlag ist die großartige „The Lugubrious Library“ von ihm erschienen.  Lange Zeit vergriffen, versammelt der Schuber die zehn schönsten Bildergeschichten von Edward Gorey in einer bibliophilen Geschenkbox: im akribischen Federstrich festgehaltene Geschichten, die auf verfallenden Landsitzen, in bizarren Parks und düsteren Landschaften spielen und von kauzigen Menschen und anderen bizarren Wesen bevölkert werden – auf jeden Fall zu entdecken!

Sitzbank in der Kinderbuchabteilung

29. Juni 2018Allgemein

Jetzt hat auch die Kinderbuchabteilung eine Sitzbank – wie die Großen im Café! Der Alpaka auf dem Turnbeutel des Kleinen Gestalten Verlags wartet schon sehnsüchtig auf Euren Besuch!

George-Arthur Goldschmidt in der heutigen FAZ

20. Juni 2018Allgemein

Heute schreibt George-Arthur Goldschmidt in der FAZ einen kurzen Artikel –

„Es kann nicht sein – wie ich die Lage in Deutschandland sehe […] Der Nationalismus stürzt Deutschland und Europa unvermeidlich in einen Abgrund, aus dem es diesmal kein Herauskommen mehr geben würde.“

Der Schriftsteller, Übersetzer und Linguist George-Arthur Goldschmidt wurde 1928 in Reinbek bei Hamburg geboren und musste Deutschland als zehnjähriger „Nichtarier“ verlassen und ist in Frankreich aufgewachsen und Franzose geworden.

 

 

 

 

 

NEWSLETTER JUNI 2018

16. Juni 2018Allgemein

Liebe Interessierte,

turbulent geht es zu im Lesesaal – kein Tag vergeht, an dem nicht etwas aufregend Neues passiert! Es freut uns sehr, dass viele Eimsbüttler den Weg an die Stadthausbrücke finden.

Gestern morgen hat der Lesesaal auf Deutschlandfunk Kultur bei der Sendung „LesArt“ drei Titel vorgestellt – hören Sie hinein:

http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2018/06/15/ihre_buchhaendlerin_empfiehlt_lesesaal_in_hamburg_drk_20180615_1048_fdd0ab81.mp3

1. Hanno Millesi „Die vier Weltteile“, Edition Atelier 2018, 149 Seiten, € 18,00
2. Aka Morchiladze „Reise nach Karabach“, Weidle Verlag 2018, 172 Seiten, € 20,00
3. Lena Berggren/Kalle Johansson „Was ist eigentlich Faschismus?“, Jacoby & Stuart Verlag 2018,
61 Seiten, € 12,00, ab 12

Gerade haben wir die Poster für die 5. Lange Nacht am 1. September 2018 ausgepackt – wir freuen uns sehr, dass Rachel Gratzfeld ihre Anthologie „Bittere Bonbons“ (Edition Fünf) vorstellt – eine Sammlung wunderbarer Erzählungen junger georgischer Autorinnen – melden Sie sich gerne an – Tickets gibt es im Lesesaal, Preis € 10,00.

Unsere bekannte Reihe „Vorgelesen bekommen“, welche wir in Eimsbüttel im September 2011 gestartet haben, führen wir auch an der Stadthausbrücke weiter. An diesen Abenden, einmal monatlich, immer donnerstags um 20 Uhr, von März bis Juni und von September bis Dezember, stellen wir zu viert jeder zwei Neuerscheinungen vor. Nach vier Büchern gibt es eine kleine Pause. Um Anmeldung wird gebeten, Kostenbeitrag € 10,00. Der erste Abend wird am 13. September stattfinden. Melden Sie sich gerne schon an – wir freuen uns sehr auf unseren ersten Abend an der Stadthausbrücke!

Der September wird ein Lesungs-Monat im Lesesaal – u.a. haben wir neben der 5. Langen Nacht der Literatur auch zwei Veranstaltungen im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals und Deborah Feldman wird ihr neues Buch vorstellen.

Nach und nach wird die Buchauswahl erweitert – schon jetzt gibt es jede Menge zu entdecken – lassen Sie sich überraschen!

Bleiben Sie uns wohlgesonnen,

herzlich von der Stadthausbrücke,

Stephanie Krawehl & Wolf Gierens

Heute im Deutschlandfunk Kultur

15. Juni 2018Allgemein

Heute hat der Lesesaal drei Buchtitel in „LesArt“ auf Deutschlandfunk Kultur empfohlen: Hört mal rein!

 

Hanno Millesi „Die vier Weltteile“, Edition Atelier 2018, 149 Seiten, € 18,00

Aka Morchiladze „Reise nach Karabach“, Weidle Verlag 2018, 172 Seiten, € 20,00

Lena Berggren/Kalle Johansson „Was ist eigentlich Faschismus?“, Jacoby & Stuart Verlag 2018, 61 Seiten, € 12,00, ab 12

 

Am 14. Juni 2018 geht es los …

22. Mai 2018Allgemein

… der Ball rollt wieder – 32 Nationen spielen um die Weltmeisterschaft. Deutschland hat am Sonntag, den 17. Juni, sein erstes Spiel und zwar gegen Mexiko.

Naturgemäß  gibt es aus diesem Anlass jede Menge Bücher zum Thema Fußball – eines hat uns besonders gut gefallen:

„Die Poesie des Fußballs – von Abwehrschlachten, Schönspielern und Tikitaka“, herausgegeben von Stefan Krankenhagen und Heiko Rothenspieler, illustriert von Julian Hennemann, mit einem Vorwort von Hans Meyer, erschienen bei Blumenbar 2018, 240 Seiten, € 20,00

Poesie ist, wo gefranzelt wird. Kaum ein Sport hat soviel neudeutsche Poesie erzeugt wie der Fußball. Nirgends sonst treffen sich Stehgeiger, Schwalbenkönige, Kopfballungeheuer, Flankengötter und Paradiesvögel, um mit der Pille den Okocha zu machen und die Abwehrschlacht zu gewinnen, damit sie nicht als Fahrstuhlmannschaft enden. 30 der besten Autoren und Sportjournalisten erläutern mit viel Humor und pikanten Details die Entstehung, Umstände und Urszenen der bekanntesten Begriffe deutscher Fußballpoesie. Unter anderem dabei sind Frank Goosen, Moritz Rinke, Birgit Schönau, Stephan Reich, Holger Gertz, Philipp Winkler, Doris Akrap und Manni Breuckmann.

1. Lesung im neuen Lesesaal an der Stadthausbrücke am 14. Mai 2018 um 20 Uhr

10. Mai 2018Allgemein

Portugal – Neues aus dem Westen

Lesung im Rahmen der Europawoche in Hamburg vom 2. bis 15. Mai

Zwei portugiesische Autoren, der Nobelpreiskandidat António Lobo Antunes (*1942) und der von ihm hoch gelobte Ricardo Adolfo (*1974), beleuchten die Gesellschaft des südwestlichsten Landes Europas in ihren Romanen mit kritischem Blick und auf stilistisch höchst eigenwillige Art und Weise.

Die Brücke von Lissabon nach Hamburg bauen an diesem Leseabend die Übersetzerinnen der beiden Autoren, Maralde Meyer-Minnemann und Barbara Mesquita. Die Moderation übernimmt Dr. Peter Koj, der Kulturreferent der Portugiesisch-Hanseatischen Gesellschaft Hamburg.

In Ich gehe wie ein Haus in Flammen von António Lobo Antunes (Luchterhand) kommen die Stimmen der Bewohner eines Lissabonner Hauses, darunter die eines aus Deutschland vor den Nazis nach Portugal geflüchteten jüdischen Geschwisterpaars, zu Wort und geben Einblick in die Bewusstseins- und Gefühlslage einer in der Vergangenheit verhafteten Gesellschaft, die sich mit der  Gegenwart schwertut.

In Maria von den abgesägten Gewehrläufen inszeniert Ricardo Adolfo (A1 Verlag) in einer Mischung aus modernem Brief- und Räuberroman die komisch-groteske Geschichte einer ins Prekariat abgestürzten jungen Frau aus der Lissabonner Vorstadt, die sich den sozialen Verwüstungen und Ungerechtigkeiten ihrer krisengeschüttelten Gesellschaft mit einer Schrotflinte entgegenzustellen beschließt.

Die Veranstaltung der Portugisisch-Hanseatischen Gesellschaft Hamburg findet in der Lesesaal Buchhandlung (Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg) statt. Der Eintritt beträgt 8 €. Eintrittskarten erhalten Sie im Lesesaal. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

(Photo: Jonas Wresch)