3. Buchempfehlungstürchen

3. Dezember 2017Allgemein

1893 erscheint bei Harper and Brothers in New York ein Buch mit dem lapidaren Titel Picture and Text. Sein Autor Henry James (1843-1916) publiziert in den hauseigenen illustrierten Zeitschriften Harper’s Magazine und Harper’s Weekly, und was er für diese Buchveröffentlichung aus seinen Texten auswählt, hat es in sich. Henry James ist bereits der gefeierte Autor großer Romanwerke, daneben verfasst er Kurzgeschichten, Reisebeschreibungen und Feuilletontexte für Magazine. Zur Bebilderung von Romanszenen sowie für Porträts und Landschaften beschäftigen seine Auftraggeber zahlreiche Illustratoren – diesem Metier und dem Lob der Schwarz-Weiß-Abbildung widmet sich Henry James nun in Picture and Text, und das nicht nur als Feuilletonist, sondern auch als persönlicher Freund.

Piet Meyer Verlag, € 28,40

 

Buchempfehlung 2. Türchen

2. Dezember 2017Allgemein

Die japanische Kaiserin Michiko wandelt auf poetischen Pfaden ( Herder Verlag € 28), während der Reclam Verlag eine große Haiku-Anthologie herausgebracht hat (€ 44).

„Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer“ enthält die schönsten Gedichte der japanischen Kaiserin Michiko. Diese edle Originalausgabe schlägt eine literarische Brücke zwischen Ost und West und bringt uns die jahrhundertealte Tradition der japanischen Waka-Dichtkunst näher.

Die 50 exklusiv ausgewählten Gedichte der Kaiserin sind in japanischer Kalligrafie mit deutscher Übersetzung gedruckt. Zu vielen Texten gibt es Kommentare und Anmerkungen, das Vorwort ist von Manuel Herder verfasst. Tauchen Sie mit diesem Gedichtband in die Welt des japanischen Kaiserhofs ein.

In deutsch-japanischer Zusammenarbeit ist eine Anthologie entstanden, wie es sie noch nie gegeben hat. Sie enthält gut 300 Haiku von den Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart – denn auch heute erfreuen sich Haiku in Japan großer Beliebtheit. Die älteren Haiku wurden von der in Deutschland lebenden Haiku-Dichterin und Übersetzerin Masami Ono-Feller in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Japanologen Eduard Klopfenstein ausgewählt, bei der Auswahl der rund 100 neueren haben Kaneko Tota und Kuroda Momoko mitgewirkt, beide Juroren von Haiku-Kolumnen überregionaler japanischer Zeitungen. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass zahlreiche Dichterinnen mit ihren Haiku vertreten sind. Eduard Klopfenstein hat die Haiku übersetzt und jedem einen kurzen Kommentar beigegeben.
Jedes Haiku wird mit dem Originaltext in japanischen Zeichen und in einer Umschrift in lateinischen Buchstaben wiedergegeben, darauf folgen Übersetzung und Kommentar. Ein umfangreicher Anhang stellt die Dichterinnen und Dichter vor.

1. Türchen vom Lesesaal Adventskalender

1. Dezember 2017Allgemein

Gute Frage – „Warum Klassiker lesen?“ fragt Italo Calvino (Fischer TB, € 10,99). Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner und Susanne Schoop. Was ist eigentlich ein Klassiker? „Klassiker sind Bücher, die jedesmal um so neuer, unerwarteter, bahnbrechender wirken, wenn man sie wiederliest …“ Der das sagte, Italo Calvino, lädt in seinen Aufsätzen über Manzoni und Montale, die Odyssee und den rasenden Roland, Stendhal und Raymond Queneau ein, ihn auf einer Entdeckungsreise zu begleiten. Zu finden im Lesesaal.

Ravensbrück im Roman – literarische Wagnisse, übersetzerische Herausforderungen

20. November 2017Allgemein

                        

 

Lesung und Gespräch über die Romane „Ich heiße nicht Miriam“ von Majgull Axelsson (Schweden) und „Kinderzimmer“ von Valentine Goby (Frankreich) mit den Übersetzerinnen Christel Hildebrandt und Claudia Steinitz

Moderation: Firouzeh Akhavan-Zandjani

Wie schreiben die Nachgeborenen Romane über die nationalsozialistischen Konzentrationslager? Warum brauchen wir heute noch neue Bücher zu diesem Thema?

Wie fühlt es sich an, solche Bücher zu übersetzen, mit den Romanfiguren zu leben und doch zu wissen, dass das, was sie erleben, nicht an die Wirklichkeit heranreicht? Und was lässt sich aus solchen Büchern öffentlich vorlesen, was dem Publikum und sich selbst zumuten?

Wir stellen die beiden Romane vor, lesen daraus, berichten über die Arbeit an der Übersetzung und diskutieren – miteinander und mit dem Publikum.

 

Wann: 22. November 2017, 20.00 Uh

Eintritt: 8,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro

Um Anmeldung wird gebeten.

Piotr Socha – Bienen

18. Oktober 2017Allgemein

Deutscher Jugendliteraturpreis 2017 – Sachbuch – and the winner is:

Piotr Socha mit „Bienen“, erschienen im Gerstenberg Verlag – im Lesesaal gibts Buch und Kalender aus dem Dumont Kalenderverlag!

Jurybegründung
Mit diesem Sachbilderbuch setzt der polnische Cartoonist Piotr Socha, selbst Sohn eines Imkers, diesen kleinen, aber überaus nützlichen Insekten ein literarisches Denkmal. Außergewöhnlich ist nicht nur das große Format, sondern auch die Vielfalt der behandelten Themen und die humorvolle Gestaltung der 32 doppelseitigen Bildtafeln, die am unteren Bildrand kurze Texte enthalten. Zusätzlich zu den Informationen über zoologische Themen wie Körperbau, Fortpflanzung, Verhalten und Bestäubung bietet das Bilderbuch einen Einblick in die Kulturgeschichte der Bienen und der Imkerei.

Wer weiß schon, dass bereits die alten Ägypter Bienen verehrt haben? Oder dass Napoleon die Krönungsmäntel für sich und seine Frau mit goldenen Bienen besticken ließ? Welche Folgen das massive Bienensterben für den Menschen haben kann und worin seine möglichen Ursachen liegen, bleibt nicht ausgespart.

Zwei als „Bienenblättchen“ bezeichnete fiktive Zeitungsseiten sind eine Fundgrube für kuriose Informationen. Der Band ist komplett durchkomponiert – vom Vorsatz im stilisierten Bienenmuster über die teils karikierend vereinfachenden, teils anatomisch korrekt ausgeführten Illustrationen bis zum poetischen Text, dessen satirischer Unterton auch in der Übersetzung von Thomas Weiler erhalten bleibt. Bienen ist eine überaus vergnügliche Enzyklopädie für die ganze Familie, die ein interessantes Thema wissenschaftlich, kulturgeschichtlich und künstlerisch aufgreift.